Letztes Update am Sa, 06.04.2019 16:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ruanda bereitet sich auf 25. Jahrestag des Völkermords vor



Kigali (APA/dpa) - Ruanda bereitet sich auf das Gedenken des Völkermords vor, in dem vor 25 Jahren rund 800.000 Menschen getötet wurden. Etliche Delegierte aus dem Ausland reisten am Samstag in der Hauptstadt Kigali an, um am Sonntag an den Gedenkfeierlichkeiten zum 25. Jahrestag teilzunehmen.

Am 7. April 1994 begann der Völkermord, in dem Vertreter der Hutu-Mehrheit Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie gemäßigte Hutu töteten. Das Massaker wurde nach rund 100 Tagen beendet, als die im Exil von Tutsi gegründete Ruandische Patriotische Front (RPF) mit Paul Kagame an der Spitze aus Uganda einmarschierte.

„Wir drücken unsere Solidarität mit den Familien und Freunden aus, deren Schmerz heute noch immer andauert“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Samstag. Die Gedenkfeiern rund um den Jahrestag des Genozids seien eine Chance, über die „Lehren der Vergangenheit“ zu reflektieren, zu einer Zeit, in der es wichtiger denn je sei, universale Werte zu wahren.

Am Sonntag werden Ruandas Staatschef Kagame und Ehrengäste zunächst in der Völkermord-Gedenkstätte in Kigali Kränze niederlegen. Es folgt eine Gedenkveranstaltung im Stadion der Hauptstadt, zu der auch der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet wird.

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Die französische Regierung wird nach eigenen Angaben von dem Parlamentsabgeordneten Hervé Berville vertreten. Der Zeitung „Le Monde“ zufolge wurde er in Ruanda als Sohn einer Tutsi-Familie geboren und kam als Waise 1994 nach Frankreich, wo er adoptiert wurde. Frankreich wird immer wieder - auch von Kagame - vorgeworfen, eine aktive Rolle bei der Vorbereitung und Ausführung des Völkermords gespielt zu haben. Beide Länder hatten in der Vergangenheit zwischenzeitlich ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen.




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