Letztes Update am Sa, 06.04.2019 16:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oman: Araber sollten Israels Existenzängste zerstreuen



Amman (APA/dpa) - Der Oman hat die anderen arabischen Staaten dazu aufgerufen, sich um ein Ende der israelischen Existenzängste zu bemühen. Israel erhalte politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, fühle sich in der Region aber nicht sicher, sagte der omanische Außenminister Jusuf bin Alawi bin Abdullah am Samstag in Jordanien.

„Ich denke, dass wir Araber in der Lage sein müssen, uns mit dieser Frage zu befassen und uns darum zu bemühen, diese Ängste zu zerstreuen“, sagte der omanische Außenminister beim Weltwirtschaftsforum für den Nahen Osten und Nordafrika am Toten Meer.

Die meisten arabischen Staaten sind mit Israel verfeindet und erkennen den israelischen Staat nicht an. Zuletzt hatte es hinter den Kulissen aber eine Annäherung zwischen Israel und einigen Golfstaaten wie etwa Saudi-Arabien gegeben.

Im Oktober besuchte Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu den Oman und traf sich mit Sultan Kabus. Beide Länder haben keine diplomatischen Beziehungen. Der Oman gilt aber als Staat, der inoffiziell Kontakte zu Israel pflegt. Das Land im Südosten der Arabischen Halbinsel genießt den Ruf, ein moderater Vermittler in der von Krisen geprägten Region zu sein.

Jusuf bin Alawi verneinte die Frage, ob seine Worte eine Anerkennung des Existenzrechts Israels bedeuteten, fügte aber hinzu: „Aber wir möchten, dass sie fühlen, dass es keine Bedrohung für ihre eigene Zukunft gibt.“

Der jordanische Außenminister Aiman al-Safadi wies den Appell seines omanischen Kollegen zurück. Das Problem sei Israels Weigerung, sich aus den besetzten palästinensischen Gebieten zurückzuziehen und die Errichtung eines palästinensischen Staates zu erlauben. Die arabische Welt habe Israels Existenzrecht bereits anerkannt. Israel und das benachbarte Jordanien hatten 1994 einen Friedensvertrag geschlossen.




Kommentieren