Letztes Update am Sa, 06.04.2019 18:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland, Frankreich und Italien warnen vor Eskalation in Libyen



Dinard (APA/AFP) - Deutschland, Frankreich und Italien haben den abtrünnigen libyschen General Khalifa Haftar am Samstag eindringlich zu einem Stopp seiner Offensive auf die Hauptstadt Tripolis aufgerufen. „In Libyen wird es keinen militärischen Sieg geben. Die Lösung kann nur eine politische sein“, sagte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian zum Abschluss des G-7-Außenministertreffens in Dinard.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas betonte, eine weitere militärische Eskalation müsse verhindert werden. Italiens Außenminister Enzo Moavero Milanesi sagte: „Niemand ist bereit, eine militärisch geschaffene Tatsache zu akzeptieren.“ Die G-7-Außenminister seien sich beim Thema Libyen einig. Sie hatten am Freitagabend im französischen Dinard gefordert, die Konfliktparteien sollten „alle Aktivitäten und alle Truppenbewegungen auf Tripolis“ umgehend beenden.

Haftars Libysche Nationale Armee (LNA) hatte am Donnerstag eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die sogenannte Einheitsregierung unter Fayez al-Serraj ihren Sitz hat. Die Regierung ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Serraj befahl seinen Truppen und verbündeten Milizen, die LNA zurückzudrängen. Regierungstreue Truppen erklärten am Samstag, es habe „heftige“ Luftangriffe gegen Haftars LNA gegeben.

Seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Chaos. Eine für Mitte April angesetzte Allparteienkonferenz zur Zukunft des Landes soll Termine für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen festlegen. Die Konferenz soll trotz der derzeitigen Eskalation stattfinden.

(Alternative Schreibweisen: Sarraj, Sarradsch)




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