Letztes Update am Di, 09.04.2019 08:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ausstellungsreigen als Begleitmusik der Osterfestspiele Salzburg



Salzburg (APA) - Jedes Jahr, wenn das - mitunter zahlungskräftige - Publikum der Osterfestspiele Salzburg die Koffer zur Anreise packt, behängen Salzburgs Kunsthändler und Galeristen fast unisono ihre Wände mit neuen Kostbarkeiten. Die Kunstmesse „Art & Antique“ geht kommende Woche bereits in die 44. Auflage, Topgalerist Thaddaeus Ropac zeigt heuer Korrosionen des US-Amerikaners Robert Rauschenberg.

Nicht als klassische Osterschau - weil bis Ende Mai geöffnet - sind die „Nordlichter“ in der Villa Kast von Ropac konzipiert. Rauschenberg übertrug von 1988-1992 Fotos im Siebdruckverfahren auf Messing-, Kupfer- und Bronzeplatten und trug dann Flüssigkeiten auf, die chemische Reaktionen an der Oberfläche hervorriefen und die Wahrnehmung der Motive veränderten. Mit ihren reflektierenden Oberflächen verändern sich die Werke der Serie „Borealis“ je nach Blickwinkel und spielen damit auf die sich ständig verändernde Wirklichkeit der Moderne an. Rauschenberg betitelte die Serie nach dem Naturphänomen Aurora Borealis, also die sogenannten Nordlichter. Die Ausstellung bei Ropac wird diesen Freitag eröffnet und ist bis 31. Mai zu sehen.

Bei der 44. „Art & Antique“ in der Salzburger Residenz präsentieren sich heuer 40 Aussteller und Kunsthändler. Das Angebot ist wie immer sehr breit gefächert und reicht von Schätzen der Antike über Alte Meister, die Kunst des Biedermeier, des Jugendstil, hinauf zu den Klassikern der Moderne und ausgewählten Zeitgenossen. Darüber hinaus werden Möbel - von reich intarsierten Werken des Barock, kunstvollen Bauernmöbeln, Stücken des Art deco bis zu Jugendstilmöbeln -, Schmuck, Kunsthandwerk, Asiatika, Glas- und Silberobjekte angeboten.

An klingenden Namen soll es bei der Kunstmesse auch heuer nicht fehlen: Gustav Klimt ist mit zwei Zeichnungen vertreten, und zwar mit „Sitzendes Mädchen, Studie für die Musik II“ (1897-98) und „Stehende von vorne mit gerafftem, langem Gewand“. Auch von Egon Schiele stehen zwei Werke zum Verkauf: „Sitzende junge Frau“ (1918) und „Liegendes Mädchen mit hochgezogenem Rock“. Die „Art & Antique“ ist von 13. bis 22. April (Ostermontag) geöffnet.

Bereits ab heute, Mittwoch, zeigt das junge und private Museum der verlorenen Generation unter dem Titel „Wir haben euch nicht vergessen!“ Werke aus der Privatsammlung von Heinz Böhme. Sie umfasst rund 300 Werke von Künstlern, die vom nationalsozialistischen Regime wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer politischen Einstellung und aus vielen verschiedenen anderen Gründen nicht geduldet, als entartet angeprangert und verfemt wurden.

Bereits Donnerstagabend startet die Leica Galerie mit ihrer neuen Ausstellung „Metropolis“ des britischen Fotografen Alan Schaller. Bis 6. Juli ist darin eine Auswahl seines umfangreichen Schaffens in schwarz-weiß zu sehen. „Save it for a rainy day“ heißt es ebenfalls ab Donnerstagabend im „Periscope“, zu sehen sind Werke von Jari Genser, Marion Reisinger und Markus Kircher.

Das Salzburger Kunstverein zeigt ab Freitag im Künstlerhaus gleich drei neue Ausstellungen, und zwar „A Flower in My Mouth“ von Mehraneh Atashi, Sara Giannini und Jacopo Miliani, „Borjana Ventzislavova“ sowie „Per Dybvig“. Die Galerie 2CForArt bringt unter „Exposed“ Werke von Birgit Graschopf.

„Flip Flop Flux“ ist der Titel, unter der die Galerie Nikolaus Ruzicska ebenfalls ab Freitag Werke des in Niederösterreich lebenden Franzosen Sebastien de Ganay zeigt. Die Galerie Ebensperger Rhomberg eröffnet am selben Abend eine Ausstellung mit Porträts von Otto Muehl (von Herbert von Karajan über Fidel Castro bis zu Prinz Charles). Ab Samstag gibt es dann bei Mario Mauroner Contemporary Art in Salzburg „Collected Stories“ des Belgiers Alain Biltereyst, und die Rudolf Budja Galerie führt unter dem Titel „Viva la vida - Die schwarze Catrina“ die Künstler Günter Brus und Enrique Fuentes zusammen.




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