Letztes Update am Di, 09.04.2019 16:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leichenfund in Tirol 3 - Geschworene zogen sich zur Beratung zurück



Innsbruck (APA) - Die Geschworenen zogen sich am Dienstagnachmittag zur Beratung zurück. Zuvor hatte Staatsanwalt Hannes Wandl in seinem Schlussplädoyer betont, dass aus seiner Sicht „kein Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten“ bestehe. Gänzlich anders sah dies Verteidiger Markus Abwerzger. Er betonte, dass es „kein einziges objektives Beweismittel“ gebe, das auf die Täterschaft hinweise.

„Jemand der so etwas macht, hat auch einen Vorsatz“, meinte der Staatsanwalt zu den heftigen Schlägen, durch die das Opfer getötet worden sein dürfte. Am Fundort der Leiche seien ausschließlich Spuren gefunden worden, die auf den Beschuldigten hindeuten und keine weiteren Spuren, betonte Wandl. Zudem habe das Ermittlungsverfahren ein eindeutiges Motiv geliefert, nämlich ein Testament des Opfers, aus dem der Beschuldigte kurz vor der Tat als Begünstigter herausgestrichen worden war.

„Mir ist bewusst, dass mein Mandant nicht unbedingt einen guten Eindruck vor Gericht hinterlassen hat“, meinte der Verteidiger zu den mehrmals während des Ermittlungsverfahrens geänderten Verantwortungen seines Mandanten. Abwerzger kritisierte auch die Ermittlungen. Bereits in seiner ersten Version des Geschehens habe der Angeklagte einen Drogendeal mit mehreren beteiligten Personen ins Spiel gebracht. In diese Richtung sei aber niemals weiter ermittelt worden, kritisierte der Rechtsanwalt. „Wenn Sie den geringsten Zweifel haben und das müssen Sie meines Erachtens haben, dann müssen Sie meinen Mandanten frei sprechen“, meinte Abwerzger in seinem Schlussplädoyer in Richtung der Geschworenen.

Der Angeklagte selbst beteuerte in seinem Schlusswort nochmals den 75-Jährigen nicht getötet zu haben. „Er war mein bester Freund“, sagte der Beschuldigte.




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