Letztes Update am Di, 09.04.2019 18:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Konjunktursorgen sowie die wachsenden Spannungen im amerikanisch-europäischen Handelskonflikt haben dem DAX am Dienstag einen deutlichen Dämpfer verpasst. Der deutsche Leitindex schaffte es nach einem verhaltenen Start in positives Terrain, konnte seine moderaten Gewinne aber nicht halten.

Am Nachmittag ging es dann sichtbar bergab. Zum Schluss verbuchte der DAX ein Minus von 0,94 Prozent auf 11.850,57 Punkte. Damit knüpfte er an seinen schwachen Wochenauftakt an und entfernte sich weiter von der Marke von 12.000 Punkten, die er jüngst erstmals seit Oktober wieder überwunden hatte. Der Index der mittelgroßen Werte MDAX büßte am Dienstag 1,11 Prozent auf 25.156,64 Punkte ein.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte seine Schätzung für das weltweite Wirtschaftswachstum 2019 von 3,5 auf 3,3 Prozent gesenkt - es wäre damit so schwach wie seit der Wirtschaftskrise 2009 nicht mehr. Dies habe die Anleger „heute wieder zurück auf den Boden der Realität“ gebracht, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Zudem rechnet die italienische Regierung für das laufende Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie aus einem Regierungsdokument hervorgeht. Sie hatte sich aber gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, ein Defizit von 2,04 Prozent einzuhalten.

Derweil drohte US-Präsident Donald Trump der EU mit zusätzlichen Zöllen auf EU-Produkte im Wert von 11 Milliarden US-Dollar. Hintergrund ist ein bei der Welthandelsorganisation (WTO) ausgetragener Konflikt um Subventionen für die Flugzeugriesen Airbus und Boeing. „Gerade nach den positiven Nachrichten aus den Gesprächen mit China hatte die Börse gehofft, dass die Schock- und Drohgebärden-Politik der US-Regierung vorbei ist“, so Stanzl weiter. „Das scheint nicht zuzutreffen.“

Bevor im späteren Wochenverlauf in den USA die nächste Runde der Unternehmensberichte eingeläutet wird, stand die Airbus-Aktie mit einem rund zweiprozentigen Abschlag im Mittelpunkt. Vom amerikanisch-europäischen Subventionsstreit betroffen sollen unter anderem auch Lieferanten der Luftfahrtindustrie sein: Aktien des Turbinenherstellers MTU büßten am MDAX-Ende 3,7 Prozent ein.

Ansonsten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. SAP-Aktien litten am DAX-Ende mit fast dreieinhalb Prozent Minus unter gestrichenen Kaufempfehlungen gleich zweier Banken.

Xing und Leoni gehörten mit Verlusten von knapp drei beziehungsweise fast vier Prozent zu den schwächsten Titeln im Nebenwerte-Index SDAX. Für das Online-Karrierenetzwerk zeigt sich die Deutsche Bank weniger optimistisch, weil die Aktienbewertung den Wachstumspfad bereits abbilde. Der Autozulieferer wird von der Quirin Bank nicht mehr zum Kauf empfohlen.

Beim SDAX-Mitglied Cancom stand dagegen ein Plus von fast vier Prozent zu Buche. Der IT-Dienstleister wurde von Berenberg zum Kauf empfohlen - im Gegensatz zum abgestuften Branchenkollegen Bechtle, dessen Papiere im MDAX nach einer Abstufung durch die Privatbank um 1,7 Prozent abrutschten.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA500 2019-04-09/18:29




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