Letztes Update am Mi, 10.04.2019 12:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Friedensgespräche zu Südsudan im Vatikan begonnen



Vatikanstadt (APA) - Am Mittwoch haben im Vatikan Friedensgespräche zum Südsudan begonnen. Südsudans Präsident Salva Kiir und Oppositionsführer Riek Machar trafen mit Vertretern der katholischen, anglikanischen und presbyterianischen Kirche zu Exerzitien zusammen. Der Papst wird zum Abschluss des Treffens am Donnerstagabend eine Ansprache vor den Teilnehmern halten, berichtete der Vatikan.

An den Exerzitien nehmen nicht nur Salva Kiir sondern auch vier seiner fünf designierten Vizepräsidenten und Spitzenpolitiker der gemeinsamen Übergangsregierung teil, die ab 12. Mai eingesetzt werden soll. Anwesend waren außerdem die acht Mitglieder des Rats der Kirchen im Südsudan. Mit dem Treffen wolle die Kirche „eine gewinnbringende Gelegenheit zur Besinnung und zum Gebet“, aber auch „zur Begegnung und Versöhnung in einem Geist von Respekt und Vertrauen“ schaffen.

Das Treffen geht es auf eine Initiative des anglikanischen Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, zurück. Er hatte dem Papst den Vorschlag zu diesem Treffen unterbreitet. Zum Abschluss der Exerzitien soll den Teilnehmern eine Bibel überreicht werden, die von Primas Welby, Papst Franziskus sowie Reverend John Chalmers, früherer Moderator der presbyterianischen Kirchen Schottlands, unterzeichnet ist. Vor Beginn der Exerzitien in Rom traf Kiir in Rom auch mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte zusammen.

Im Sudan brach 2013 ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern des Präsidenten und denen seines ehemaligen Stellvertreters Riek Machar aus. Zwar unterschrieben die Kriegsparteien im September einen Friedensvertrag, dennoch kommt es immer wieder zu Kämpfen. Die Menschen leiden unter extremen Hunger. Mehr als vier Millionen Menschen flüchteten.




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