Letztes Update am Mi, 10.04.2019 13:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland ermittelt gegen litauische Richter



Moskau (APA/AFP) - Nach der Verurteilung ehemaliger sowjetischer Politiker und Militärangehöriger zu Haftstrafen in Litauen hat Russland eine Untersuchung gegen die Richter eingeleitet. Die Richter hätten „absichtlich ein unrechtmäßiges Urteil gefällt“, erklärten die russischen Ermittler am Mittwoch. Unter den Verurteilten befindet sich auch der frühere Verteidigungsminister der Sowjetunion, Dmitri Jasow.

Jasow war vergangenen Monat zusammen mit 66 weiteren Verdächtigen in Abwesenheit wegen seiner Rolle beim Massaker sowjetischer Truppen an Litauern im Jänner 1991 schuldig gesprochen worden.

Damals hatte sich die Sowjetrepublik von Moskau losgesagt. Bei der Niederschlagung der Protestbewegung wurden in der Hauptstadt Vilnius 14 Menschen getötet und 700 weitere Menschen verletzt. Unter den Angeklagten waren Soldaten, Vertreter der Kommunistischen Partei und des früheren sowjetischen Geheimdienstes KGB. Sie wurden zu Haftstrafen zwischen vier und 14 Jahren verurteilt.

Die russischen Ermittler erklärten, der Vorfall sei bereits untersucht worden, ein weiteres Urteil sei deshalb ungültig. Zudem verwiesen sie in ihrer Mitteilung auf eine „dritte Partei“, die in dem „Konflikt beteiligt“ gewesen sei. Um wen es sich dabei handelt, ließen die Ermittler jedoch offen.




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