Letztes Update am Mi, 10.04.2019 21:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ureinwohner Brasiliens sehen sich durch Bolsonaros Politik bedroht



Paris (APA/AFP) - Die Ureinwohner Brasiliens sehen ihren Lebensraum durch die Politik des extrem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro bedroht. Seit Bolsonaros Wahl im Jänner „erleben wir die ersten Stufen einer Apokalypse“, deren erste Opfer die Ureinwohner seien, erklärte ein Zusammenschluss indigener Völker in einem Beitrag für die französische Zeitung „Le Monde“ vom Mittwoch.

Vertreter des Ureinwohner-Allianz warnten vor Bolsonaros Plänen, den Schutz von Amazonas-Gebieten zu lockern und mehr Landwirtschaft und Abholzung zu erlauben. Zudem wolle er der Bergbauindustrie mehr Lizenzen zum Abbau erteilen und mehr Staudämme bauen. „Wir lehnen Abholzung, Sojabohnen-Plantagen und Rinderhaltung auf indigenem Gebiet kategorisch ab“, heißt es in dem Beitrag.

Das Bündnis forderte die EU auf, Bolsonaro durch einen Importstopp unter Druck zu setzen. Es dürften nur noch Produkte importiert werden, die nicht aus Gebieten von Ureinwohnern stammen.

Bolsonaro hatte angekündigt, die rund 800.000 Ureinwohner in Brasilien „integrieren“ zu wollen. Dazu solle das Gebiet am Amazonas durch neue Straßen und Schienen erschlossen und Fläche für die Landwirtschaft gerodet werden.

Seit den 80er Jahren wurden in Brasilien 426 Gebiete als angestammtes Land der Ureinwohner definiert. Bolsonaro hatte die heikle Aufgabe der Abgrenzung von Gebieten der Ureinwohner dem Landwirtschaftsministerium übertragen. Zuvor war die Behörde Funai zuständig. Kritiker werten Bolsonaros Politik als Landraub und drastische Beschneidung der hart erkämpften Rechte der Ureinwohner.




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