Letztes Update am Do, 11.04.2019 11:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen am Vormittag überwiegend schwächer



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben sich am Donnerstagvormittag überwiegend mit leichten Kursverlusten gezeigt. Thema des Tages dürfte unter anderem der Brexit bleiben. Am Vortag hatte die Europäische Union entschieden, dem Austrittsland Großbritanniens eine erneute Fristverlängerung zu genehmigen.

Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.40 Uhr mit minus 0,24 Prozent bei 3.416,30 Einheiten. Der DAX in Frankfurt verlor 0,36 Prozent auf 11.863,44 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,19 Prozent auf 7.407,53 Punkte.

Der Brexit soll nun bis zum 31. Oktober geordnet über die Bühne gehen. Die britische Premierministerin Theresa May will den EU-Austritt zwar noch vor der Europawahl am 22. Mai abschließen. Sofern ihr dies aber nicht gelingt und die Briten an der Wahl teilnehmen, gibt es einem Händler zufolge lange Zeit keine harten Fristen mehr. „Das öffnet die Tür für endlose Verhandlungen - eine Situation, die niemand will, die aber möglicherweise schwer zu vermeiden ist“, so ein Börsianer.

Wichtige Konjunkturdaten blieben am Donnerstag insgesamt dünn gesät. In Deutschland rückten endgültige Daten zur Inflation auf die Agenda. So stiegen die Kosten der Lebenshaltung im März um durchschnittlich 1,3 Prozent zum Vorjahresmonat. Im Februar lag die Teuerungsrate noch bei 1,5 Prozent.

Unter den Einzelwerten rückten die Papiere der Luxusgüterkonzerns LVMH in den Fokus, nachdem das französische Unternehmen noch vor Handelsbeginn frische Erstquartalszahlen vorgelegt hatte. So stieg der Umsatz von LVMH in den ersten drei Monaten aus eigener Kraft um 11 Prozent. Anleger belohnten dies mit einem Kursplus der Aktie von 3,12 Prozent.

Im Fahrtwasser der französischen Anteilsscheine, zeigten sich auch die Aktien des britischen Modekonzerns Burberry fester. Sie stiegen im britischen Leitindex um 0,75 Prozent.

Mit Blick auf weitere Werte traten in Mailand Prysmian in den Vordergrund. Die Papiere des italienischen Kabelherstellers sackten um 8,10 Prozent ab, nachdem einem Bericht von Reuters zufolge der Konzern seine Gewinne des letzten Jahres einer Revision unterwerfen wird.

In London erholten sich indes die Aktien von Indivior nach dem gestrigen Totalabsturz von mehr als zwei Drittel ihres Börsenwertes mit einem Kursplus von 6,92 Prozent. Hintergrund des Kurseinbruchs war, dass ein US-Gericht den Pharmakonzern hinsichtlich illegaler Marketingmaßnahmen für seinen Suchtmittelersatz Suboxone beschuldigt hatte. Laut Anklage habe Indivior in Folge fälschlicher Angaben zur Wirkung des Opiats Milliarden Dollar an Umsatz erzielt.

Mit Blick auf die Brexitfrage dürften am Vormittag auch die Fluglinien EasyJet und IAG Mittelpunkt gestanden haben. So gewannen die Papiere des Billigfliegers 4,22 Prozent. IAG stiegen um 3,88 Prozent. In Frankfurt erhöhten sich indes Lufthansa um 2,54 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA174 2019-04-11/10:58




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