Letztes Update am Do, 11.04.2019 13:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien bricht Beziehungen zu Getty-Museum ab



Rom/Malibu (Kalifornien) (APA) - Das italienische Kulturministerium bricht jegliche Beziehung zum Getty-Museum in Los Angeles ab. Damit protestiert das Ministerium gegen das Museum, das sich seit Jahren zur Rückgabe einer mehr als 2.000 Jahre alten Bronzestatute weigert. Italien wird in Zukunft dem Getty-Museum keine Werke mehr leihen. Auch der Austausch von Kunstwerken wird eingestellt, so das Kulturministerium am Donnerstag.

Das Getty-Museum weigert sich, Italien den „Jugendlichen Sieger“, eine lebensgroße griechische Bronzestatue aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, zurückzugeben, wie es Italiens Justiz fordert. Das Oberste Gericht in Rom, die letzte Instanz im italienischen Justizsystem, hatte im vergangenen Dezember einen Rekurs des Getty-Museums gegen einen Rückgabebefehl Italiens abgelehnt.

1964 wurde die Statue vor der Adriastadt Fano in internationalen Gewässern geborgen. Die Statue, angeblich ein Werk des griechischen Bildhauers und Erzgießers Lysipp, soll zusammen mit dem Schiff in der Adria untergegangen sein, das sie von Griechenland nach Italien, wahrscheinlich in den Hafen der Stadt Ancona transportieren sollte. Der siegreiche Athlet aus der hellenistischen Zeit ist das wichtigste archäologische Kulturgut, um das sich Italien und die USA streiten und eine Attraktion des Getty-Museums.

Seit ihrer Auffindung 1964 war die Bronzestatue mehrmals verschwunden und auf dem Schwarzmarkt der Kunstwerke aufgetaucht. Zu einem Preis von 3,9 Millionen Dollar kam sie in die Sammlung des Getty-Museums, das sie 1974 zum ersten Mal ausstellte. Der italienische Staat behauptet, dass dieses Kunstwerk auf illegalem Weg in die USA gelangt sei.




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