Letztes Update am Do, 11.04.2019 14:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Britische Polizei bestätigt US-Auslieferungsantrag für Assange



London/Moskau (APA/dpa) - Für den festgenommenen WikiLeaks-Gründer Julian Assange liegt ein Auslieferungsersuchen aus den USA vor. Das bestätigte die britische Polizei am Donnerstag in London. Russland sieht nach der Festnahme von Assange unterdessen dessen Aussichten auf ein faires Verfahren in Gefahr.

„Wir hoffen natürlich, dass alle seine Rechte eingehalten werden“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau, ohne weitere Details zu nennen. Das russische Außenministerium kritisierte die Festnahme mit scharfen Worten.

Assange war kurz zuvor in London in der Botschaft Ecuadors festgenommen worden, wo er seit Juni 2012 im diplomatischen Asyl lebte. Der 47-Jährige wollte so einer Festnahme und der von ihm befürchteten Auslieferung an die USA entgehen.

WikiLeaks trat zunächst in Erscheinung mit der Veröffentlichung geheimer US-Dateien, die unter anderem Menschenrechtsverletzungen und die Tötung von Zivilisten durch amerikanische Truppen in Afghanistan dokumentierten. Zuletzt geriet er aber ins Visier von US-Ermittlern eher wegen der Veröffentlichung von E-Mails der Demokratischen Partei im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, die mutmaßlich von russischen Hackern erbeutet worden waren. Das wurde von US-Behörden als möglicher Teil einer Moskauer Kampagne zur Destabilisierung der US-Wahl betrachtet.

Russland hatte 2013 ebenfalls international für Schlagzeilen mit der Aufnahme des US-Whistleblowers Edward Snowden gesorgt. Er hatte die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht und bekam dabei auch Hilfe von WikiLeaks. Seitdem lebt Snowden an einem geheimen Ort in Russland. Snowdens russischer Anwalt betonte, dass die Festnahme von Assange keinerlei Auswirkungen auf den Fall seines Mandaten habe. „Sie sind nicht miteinander verbunden“, sagte der Jurist Anatoli Kutscherena der Agentur Interfax.




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