Letztes Update am Do, 11.04.2019 14:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutscher Industrieverband lässt NS-Vergangenheit aufarbeiten



Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Industrie hat eingestanden, dass sein Verband sich bei der Gründung 1949 nicht deutlich genug vom Nationalsozialismus distanziert hat. „Ich bin bedrückt, dass es an einer glasklaren Distanzierung zur eigenen Geschichte in der NS-Zeit gefehlt hat“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) am Donnerstag. „Dies war ein schweres Versäumnis.“

Der Verband hatte anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums erstmals seine Geschichte - vor allem die Zeit während des Nationalsozialismus - aufarbeiten lassen. Das Ergebnis stellte er nun in einem Buch vor, das zwei Historiker zusammen mit der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG) geschrieben haben. Der BDI habe keinen Einfluss auf die Darstellung der Ergebnisse gehabt, betonte Kempf laut Redemanuskript bei einem Festakt in Berlin.

Am 12. April 1919 wurde der erste deutsche Industrie-Dachverband gegründet, der Reichsverband der Deutschen Industrie (RDI). Er war der erste Vorgänger des BDI. Der RDI wurde 1935 unter neuem Namen ein Teil des NS-Systems und im Laufe der Jahre eine wichtige Stütze der Wirtschaft unter Adolf Hitler. Zwar habe es keine „direkten personellen Kontinuitäten“ gegeben, für Erleichterung reiche das aber nicht aus, sagte Kempf: „Denn ideelle Kontinuitäten gab es sehr wohl.“




Kommentieren