Letztes Update am Do, 11.04.2019 18:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Donnerstag nach Anlaufschwierigkeiten an seine moderaten Vortagsgewinne angeknüpft. Im Handelsverlauf fehlten ihm zeitweise weniger als 40 Punkte bis zur viel beachteten 12.000-Punkte-Marke, die er vergangene Woche erstmals seit Oktober wieder geknackt hatte. Zum Schluss notierte der deutsche Leitindex noch 0,25 Prozent im Plus bei 11.935,20 Punkten. Der Index der mittelgroßen Werte MDAX gewann letztlich 0,34 Prozent auf 25.250,52 Punkte.

Die Einigung von Großbritannien und der EU auf eine längere Frist für den Brexit ließ die Anleger weitgehend kalt. „Nicht zum ersten Mal in Sachen Brexit fragt man sich ‚und jetzt?‘, und wie so häufig gibt es hierauf leider keine klaren Antworten“, kommentierte Analyst Manuel Andersch von der BayernLB.

Derweil sieht Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel den DAX charttechnisch im grünen Bereich. Als positives Zeichen wertet er, dass der Leitindex sich über 11.800 Punkten behauptet hat. Einen neuen Test dieser Marke hält der Experte zwar wegen der latenten Brexit-Unsicherheit für nicht ausgeschlossen. Alles in allem befinde sich der DAX aber weiter im Aufwärtsmodus, der ihn bis auf 12.500 Punkte tragen könne.

Im deutschen Leitindex eroberten Lufthansa-Titel mit einem Kursplus von über drei Prozent den Spitzenplatz. Hier merkten Börsianer an, dass es die Aktie nach einigen Wochen Abstinenz wieder über die 200-Tage-Linie geschafft habe, die bei Investoren als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Papiere europäischer Fluggesellschaften waren am Donnerstag allgemein gefragt. Wie es hieß, sorgte hier der verschobene Brexit für etwas Entspannung.

Freundlich zu ging es auch im Finanzsektor bei den möglichen Fusionskandidaten Deutsche Bank und Commerzbank zu: Deren Papiere schlossen knapp drei beziehungsweise mehr als drei Prozent höher.

Zeitweise hatten Spekulationen, wonach die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Commerzbank einen Zusammenschluss um jeden Preis verhindern wollen, auf beiden Aktien gelastet. Zudem hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, ein Zusammengehen der beiden größten deutschen privaten Banken ziehe Zweifel hochrangiger Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) auf sich. Derweil stärkte der Commerzbank-Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann Konzernchef Martin Zielke für die Gespräche den Rücken.

Im MDAX verloren die zuletzt gut gelaufenen Aktien des Autozulieferers Hella knapp 0,3 Prozent. Sie zollten damit Aussagen der Unternehmensführung Tribut, wonach das Geschäftsumfeld mit Blick nach vorn „sehr herausfordernd“ sei. Die nach Zahlen zeitweise starken Titel des Verpackungsherstellers Gerresheimer rührten sich letztlich kaum vom Fleck. Sie behaupteten sich aber knapp über der zuletzt umkämpften Marke von 70 Euro.

Weitere größere Kursbewegungen waren durch Analysen getrieben. Für Siltronic ging es am MDAX-Ende um fast viereinhalb Prozent bergab. Zu den Titeln des Waferherstellers äußerten sich nun nach der Gewinnwarnung vom Vortag zahlreiche Analysten negativer. Aurubis-Aktien rutschten ebenfalls um mehr als vier Prozent ab. Die Aktie des Kupferkonzerns wurde von der US-Bank Goldman Sachs zum Verkauf empfohlen.

Im Nebenwerte-Index SDAX profitierten dagegen Hapag-Lloyd-Anteile mit gut zwei Prozent plus von einer Hochstufung auf „Outperform“ durch das Investmenthaus Mainfirst. Laut Analyst Tobias Sittig ist die Realität in der Container-Branche etwas besser, als die Stimmung es vorgebe. Dies half auch den Aktien des Hamburger Hafenkonzerns HHLA, die um knapp zwei Prozent stiegen. Händler ergänzten, der aufgeschobene Brexit sei auch für die Schifffahrtswerte eine vorläufig beruhigende Nachricht.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA548 2019-04-11/18:34




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