Letztes Update am Sa, 13.04.2019 09:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sudans Opposition will auch gegen neue Militärregierung demonstrieren



Khartum (APA/dpa) - Nach dem überraschenden Wechsel an der Spitze der Militärregierung im Sudan hat ein wichtiges Oppositionsbündnis weitere Demonstrationen angekündigt.

An der Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum und Aktionen in anderen Städten werde festgehalten, bis die Macht komplett an eine zivile Übergangsregierung übergeben worden sei, erklärte das gewerkschaftliche Bündnis SPA in der Nacht zum Samstag.

Nach der Machtübernahme durch das Militär am Donnerstag war dessen Anführer, der frühere Verteidigungsminister Awad Ibn Auf, am späten Freitagabend zurückgetreten. Demonstranten und Zivilgesellschaft hatten den engen Weggefährten des abgesetzten Langzeitpräsidenten Omar al-Bashir vehement abgelehnt. Die SPA begrüßte seinen Rücktritt und sprach von einem „Sieg des Willens des Volkes“. In Khartum reagierten Menschen mit Applaus und Jubel auf die plötzliche Rücktrittsankündigung.

Der militärische Übergangsrat soll nun vom bisherigen Generalinspektor, Abdel Fattah Burhani, geführt werden. Das Militär hatte zuvor versprochen, die Wünsche der Demonstranten zu berücksichtigen. Die Regierung solle möglichst schnell in zivile Hände übergeben werden, erklärte einer der Militärführer. Bashir hatte das Land im Nordosten Afrikas fast 30 Jahre lang mit harter Hand regiert. Er wurde vom Militär festgenommen.

(Alternative Schreibweise: Khartoum; Ibnouf, Ibnuf)




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