Letztes Update am Mo, 15.04.2019 09:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Militär im Sudan will Teile der Sitzblockade auflösen



Khartum (APA/dpa) - Das Militär im Sudan hat Augenzeugen zufolge vergeblich versucht, Teile der Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum zu räumen. Die Soldaten wollten Montag früh von den Demonstranten errichtete Barrieren abbauen, gaben aber angesichts des Widerstands der Menschen auf dem Platz auf, wie zwei Augenzeugen unabhängig voneinander berichteten.

Die Organisatoren des Protestes, das Gewerkschaftsbündnis SPA, appellierten in einer Twitter-Nachricht an alle Unterstützer, die Sitzblockade rasch zu verstärken, um die Errungenschaften der „Revolution“ zu verteidigen. Auf dem Platz sollen sich Augenzeugen zufolge weiter Tausende Demonstranten aufhalten.

Die seit rund zehn Tagen andauernde Sitzblockade war einer der Massenproteste infolge derer das Militär vergangenen Donnerstag Langzeitpräsident Omar al-Bashir absetzte. Der seither regierende militärische Übergangsrat hat die Demonstranten bisher gewähren lassen. Erst am Sonntag ermahnten die USA und andere Nationen die Streitkräfte, von Gewalt gegen die friedlichen Proteste abzusehen.

Die Generäle bemühen sich derzeit, in Gesprächen mit Vertretern der Opposition eine gemeinsame Übergangsregierung zu bilden. Als Zugeständnis erklärte das Militär, der Ministerpräsident solle ein von allen Parteien ausgesuchter Experte werden. Der Präsident hingegen soll aus den Reihen der Streitkräfte kommen. Das Bündnis SPA fordert jedoch eine komplett zivile Regierung.

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