Letztes Update am Mo, 15.04.2019 11:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess gegen Vertreter von Reporter ohne Grenzen in Türkei vertagt



Ankara (APA/dpa) - Der Prozess wegen Terrorpropaganda gegen den Türkei-Experten der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), Erol Önderoglu, ist erneut vertagt worden. Die nächste Verhandlung sei am 17. Juli, sagte ROG Deutschland-Geschäftsführer Christian Mihr, der als Beobachter an der Verhandlung in Istanbul teilnahm, der Deutschen Presse-Agentur.

Önderoglu habe am Montag seine Verteidigungsrede gehalten, der Richter habe die Verhandlung dann aber vertagt, weil zwei Anwälte von Mitangeklagten krank seien. Eigentlich war ein Urteil erwartet worden.

Dass der nächste Verhandlungstag erst drei Monate später angesetzt wurde, nannte Mihr „sehr überraschend“ und ärgerlich, weil sich das Verfahren dadurch in die Länge ziehe. Der Prozess hatte im November 2016 begonnen.

Hintergrund ist die Teilnahme Önderoglus an einer Solidaritätskampagne für die inzwischen geschlossene pro-kurdische Tageszeitung „Özgür Gündem“. Im selben Verfahren sind die Vorsitzende der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und der Autor Ahmet Nesin wegen Terrorpropaganda angeklagt.

„Özgür Gündem“ war nach dem Putschversuch vom Juli 2016 wegen angeblicher Propaganda für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geschlossen worden. Die drei Angeklagten saßen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft, kamen nach internationalen Protesten aber wieder frei.

~ WEB http://www.reporterohnegrenzen.at/ ~ APA131 2019-04-15/11:24




Kommentieren