Letztes Update am Mo, 15.04.2019 11:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Salzburg verschaffte sich „wunderbare“ Ausgangssituation



Salzburg/Pasching (APA) - Auch ein 0:1-Pausenrückstand hat Fußball-Titelverteidiger Salzburg am Sonntag nicht gestoppt. Einem klärenden Kabinengewitter in der Pause folgte ein 3:1-Erfolg über Sturm Graz, der Vorsprung auf den LASK wuchs auf neun Punkte an. Die Linzer haderten nach einem 0:0 gegen St. Pölten vor allem mit sich selbst.

„Der Trainer ist in der Pause richtig laut geworden in der Kabine“, erklärte Salzburg-Goalie Cican Stankovic, Verteidiger Andre Ramalho bestätigte das. Rose habe in der Kabine „richtig Feuer gegeben. Das war auch notwendig, weil wir nicht so konsequent agiert haben und ganz einfach einige Sachen gefehlt haben“, meinte der Brasilianer. Auch Andreas Ulmer gestand Fehler ein. „Wir waren ein- bis zweimal etwas unachtsam, wo wir auch ein Gegentor bekommen hätten können. Das müssen wir abstellen“, erklärte der Kapitän.

Kurz vor der Pause bestrafte der 19-jährige Michael Lema eine Nachlässigkeit der Hausherren mit der Grazer Führung. Dieser „Weckruf“ (Stankovic) blieb nicht ungehört, Fredrik Gulbrandsen (53.), Munas Dabbur (67.) und Dominik Szoboszlai (71.) drehten die Partie. Wir haben in der zweiten Halbzeit die richtige Antwort gegeben“, war Ramalho überzeugt. Man werde nun „nicht nachlassen und weiter marschieren“, sagte Außenverteidiger Stefan Lainer, schließlich könne aufgrund des breiten, ausgeglichenen Kaders ohnehin niemand „Larifari spielen“. Der Titel scheint den Favoriten kaum mehr zu nehmen. „Die Ausgangssituation ist wunderbar, das nehmen wir sehr gerne mit, aber wenn wir unsere Aufgaben erledigen, kann uns so und so nichts mehr passieren“, zeigte sich Stankovic überzeugt.

Sturm weinte zwar leise einem besseren Resultat nach, musste aber gestehen, nach der Pause den Anschluss verloren zu haben. „Wir haben dann einfach nicht mehr mithalten können“, sagte Offensivmann Lukas Grozurek. „Uns ist der Saft ausgegangen“, bestätigte Kapitän Stefan Hierländer. In der ersten Hälfte machten die „Blackys“ den Hausherren das Leben aber erfolgreich schwer. „Wir haben gegen eine sehr gute Red-Bull-Mannschaft, vor allem von der 20. bis zur 45. Minute, gut mitgespielt“, meinte Sportdirektor Günter Kreissl.

„Salzburg hat sich schwer auf unsere Taktik einstellen können“, erklärte Hierländer, dessen Truppe nicht mit der „erwarteten“ (Stankovic) Fünferkette, sondern im 4-1-4-1 auftauchte. „Vielleicht wäre bei optimalem Verlauf mehr drinnen gewesen“, sagte Kreissl, der vor dem kommenden Duell mit dem WAC aber viel Optimismus versprühte: „Da waren für mich richtig erfreuliche Dinge dabei.“

Etwas ins Stocken geraten ist hingegen der LASK-Express nach dem zweiten torlosen Spiel en suite. „Es gibt solche Phasen in der Saison, es funktioniert gerade nicht so, doch wir müssen da wieder reinkommen, dazu braucht es mehr Willenskraft und Konzentration“, analysierte Trainer Oliver Glasner, dessen Truppe im Titelrennen so gut wie chancenlos ist. Gegen kompakte St. Pöltner scheiterten die Linzer an sich selbst oder Gäste-Goalie Christoph Riegler - und das trotz 55 Minuten in Überzahl und eines Kontrahenten in gröberen Personalproblemen.

„Wir haben uns schwergetan gegen einen tief stehenden Gegner, Torchancen zu kreieren. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir haben zu sehr drumherumgespielt und es versäumt, in Überzahl klare Torchancen rauszuspielen“, sprach Kapitän Gernot Trauner Klartext. Und er lobte den gegnerischen Schlussmann: „Riegler hatte einen überragenden Tag, hat alles gehalten.“ St.-Pölten-Coach Ranko Popovic bemühte ein Sprachbild aus dem Tierreich: „Er war heute wie ein Oktopus, er hat nicht nur zwei Hände gehabt.“

„Es ist schön, dass ich zeigen konnte, was ich wirklich kann“, freute sich Riegler, der seinen Teamkollegen damit auch eine kleine Moralinjektion im Hinblick auf das kommende Duell mit Salzburg verpasste. „Das ist ein Bonuspunkt für uns“, betonte Stürmer Rene Gartler, einst in Diensten des LASK. Die Linzer gastieren am kommenden Sonntag bei der Austria: „Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen und beirren“, versprach Trauner. „Wir machen weiter und werden uns das nächste Woche wieder zurückholen.“




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