Letztes Update am Mo, 15.04.2019 12:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italiens Finanzminister rechnet mit Konjunkturverbesserung



Rom (APA) - Nachdem Italien im vierten Quartal 2018 in die Rezession geschlittert ist, rechnet Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria mit einer Konjunkturverbesserung in diesen Monaten. „Es gibt Signale, dass sich unsere Wirtschaft in diesen Monaten schrittweise erholt“, so Tria in einem Interview am Rande des Frühjahrstreffen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington.

„Investoren sollten unser solides wirtschaftliches und produktives System berücksichtigen“, so Tria laut Medienangaben vom Montag. Er hob auch die politische Stabilität Italiens hervor. Vor der EU-Parlamentswahl Ende Mai sei die Popularität des Kabinetts in Rom höher als jene der meisten europäischen Regierungen.

Tria hatte am Sonntag versichert, dass Italiens Regierung trotz der schwachen Konjunktur 2019 keinen Nachtragshaushalt plane. Auch eine Vermögenssteuer und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer IVA zur Finanzierung kostspieliger Reformen wie Mindestsicherung und Pensionsreform schloss Tria klar aus. Dank der im Haushaltsgesetz enthaltenen Maßnahmen könne Italien das Defizit auf 2,04 Prozent drücken - wie mit der EU-Kommission vereinbart.

Der Wirtschafts- und Finanzminister bestätigte, dass die Regierung schrittweise eine Einheitssteuer („Flat Tax“) einführen werde. Er unterstütze diese Reform voll, versicherte der parteilose Minister und dementierte somit Meinungsverschiedenheiten mit Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini, der die „Flat Tax“ zum Aushängeschild seines Programms gemacht hat.

Tria zeigte sich zuversichtlich, dass die Regierungsmaßnahmen zur Wirtschaftsförderung bald greifen. Trotzdem rechne er wegen der schwierigen internationalen Konjunktur mit einem niedrigen Wachstum in diesem Jahr. Erst in den nächsten Jahren soll Italien dank der von der Regierung verabschiedeten Reformen schneller wachsen, meinte Tria. Nicht nur Italien, sondern auch Europas Wirtschaftslokomotive Deutschland ächze unter einer schwachen Konjunktur.




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