Letztes Update am Mo, 15.04.2019 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Antti Rinne: Finnischer Wahlsieger mit schwächelnder Gesundheit



Helsinki (APA/dpa) - Viele junge Wähler halten Antti Rinne für ein Sinnbild der alten politischen Garde in Finnland. Der Sozialdemokrat gilt als nicht sonderlich charismatisch und hat außerdem mit seiner Gesundheit zu kämpfen. Seine Anhänger halten ihn dagegen für einen soliden Anführer mit Gewerkschaftserfahrungen und einem starken Sinn für Fairness.

Läuft alles nach Plan, wird Rinne künftig an der Spitze der finnischen Regierung stehen. Seine Sozialdemokraten wurden bei der Parlamentswahl am Sonntag mit knappem Vorsprung vor den Rechtspopulisten und den Konservativen stärkste Kraft.

Der 56-jährige Rinne rang zuletzt mit langwierigen gesundheitlichen Problemen. Als er Anfang März ins politische Geschehen zurückkehrte, versicherte er: „Mir geht es gut.“ Gerne verweist er darauf, dass ihm zwei Ärzte eine arbeitsfähige Verfassung bescheinigt haben. Viele Finnen fragen sich aber, ob er fit genug für das Amt des Ministerpräsidenten ist. In TV-Debatten wirkte er oft müde. „Er sieht schrecklich aus“, sagte ein Wahlexperte.

Seit Mai 2014 ist Rinne Vorsitzender der Sozialdemokraten. Damals hatte er eine Abstimmung um den Parteivorsitz gegen die Amtsträgerin Jutta Urpilainen gewonnen. Daraufhin wurde Rinne für ein Jahr auch finnischer Finanzminister. In die Positionen brachte er die Erfahrung aus der Führung verschiedener Gewerkschaften mit.

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Rinne gehört dem linken Parteiflügel an. Er hat sich mit Kritik an den Sparprogrammen der bisherigen Regierung profiliert. Nun gelobt er einen entschiedeneren Kampf gegen den Klimawandel, zudem will er den Ärmeren unter den Pensionisten in Finnland mehr Geld geben.




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