Letztes Update am Mo, 15.04.2019 15:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Karl Habsburg traf berüchtigten russischen Ex-Freischärlerführer



Moskau (APA) - Kaiserenkel Karl Habsburg hat vergangene Woche in Moskau den berüchtigten russischen Ex-Freischärlerführer Igor Girkin alias Igor Strelkow getroffen, der vor fünf Jahren den Krieg in der Ostukraine losgetreten hat. Habsburgs Interesse habe seiner Beteiligung am Bosnienkrieg gegolten, schrieb Girkin auf vk.com. Ein Vertreter Habsburgs bestätigte am Montag gegenüber der APA die Begegnung.

Das Treffen sei im Zusammenhang mit Dreharbeiten für einen dreiteiligen Dokumentarfilm zur aktuellen Situation in Europa gestanden, die mit einer ‚schleichenden Besetzung‘ durch Vertreter von dem Islam zugehörigen Völkern zu tun habe, erklärte Girkin. „Seine Durchlaucht interessierte sich nahezu ausschließlich für meine Beteiligung an Kriegshandlungen in Bosnien (Anfang der Neunzigerjahre, Anm.)“, schrieb er und veröffentlichte ein Foto des Treffens.

Auf APA-Nachfrage bestätigte der Generalsekretär der von Habsburg angeführten Paneuropa-Bewegung Österreich, Rainhard Kloucek, am Montag das Treffen. Gegenstand der von Habsburg produzierten Dokumentation zum Verhältnis von Christentum und Islam seien die militärischen Engagements Strelkows in zwei Tschetschenienkriegen sowie im Bosnien-Krieg, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Die russische Aggression gegen die Ukraine, in der Strelkow ebenso eine aktive Rolle spielte, ist nicht Teil der Dokumentation. Karl von Habsburg ist für seine harte Kritik an der russischen Aggression gegen die Ukraine bekannt, eine Position, die er auch weiter vertritt“, schrieb Kloucek.

Der Ex-Freischärlerführer Girkin-Strelkow, der auch für den russischen Geheimdienst FSB tätig war, gilt als einer Mitverantwortlichen des seit fünf Jahren andauernden Kriegs in der Ostukraine. Insbesondere war er 2014 bei einem Überfall auf ukrainische Sondereinsatzkräfte unweit der Stadt Slowjansk beteiligt, wo am 13. April 2014 mit dem SBU-Hauptmann Hennadij Bilitschenko das erste ukrainische Kriegsopfer zu beklagen war. Nach einer kurzen Karriere als Verteidigungsminister der selbstproklamierten „Donezker Volksrepublik“ kehrte er im Sommer 2014 wieder nach Russland zurück, wo er bisher vergeblich versuchte, eine Karriere als nationalistischer Politiker zu beginnen.




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