Letztes Update am Mo, 15.04.2019 15:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl - Eisenstädter Bischof ruft zur Teilnahme auf



Eisenstadt (APA) - Der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics appelliert im aktuellen Hirtenbrief an die Burgenländer, an der EU-Wahl teilzunehmen. „Europa braucht vieles. Aber am meisten Dich!“, lautet der Titel des Schreibens, das zu Ostern in den katholischen Kirchen der Diözese verlesen wird. Ein „Europa-Plädoyer“ soll auch ein 26 mal 3,3 Meter großes Bild an der Fassade des Bischofshofes darstellen.

Die Burgenländer, die so lange „im Schatten des Eisernen Vorhangs und im Windschatten der Moderne leben mussten“, hätten so vieles an Respekt, Hilfe und Förderung vom Vereinten Europa erhalten, schrieb Zsifkovics. Es sei „eine Frage des Anstands und der Ehre, dass wir diesem Europa nun unsere Solidarität und Treue erweisen und anlässlich der Wahl des Europäischen Parlaments unsere Stimme abgeben“.

„Überlassen wir unsere Zukunft nicht anderen oder dem blinden Zufall, sondern bauen wir mit am Haus Europa“, appellierte Zsifkovics. Ein Bischof könne nicht nur, sondern er müsse dieses Thema ansprechen, denn Europa sei „mehr als ein politisches Konstrukt“. „Kann ein Blatt am Baum sagen, es habe nichts mit den Ästen, dem Stamm und den Wurzeln des Baumes zu tun? Wir alle sind Blätter am Baum Europas“, stellte Zsifkovics fest.

Die wichtigste Währung des EU-Raumes sei „nicht der Euro, sondern die mit unantastbarer göttlicher Würde ausgestattete Person“. Europa brauche Spiritualität als ein grundlegendes Offensein für die verborgenen Wege Gottes, es brauche Solidarität als Gegenmodell zu Egoismus und schrankenloser Gier und es brauche Barmherzigkeit als eine mit einem sozialen Gewissen ausgeübte Bekämpfung menschlicher Nöte.

Ostern bezeichnete der Diözesanbischof als „das Fest gegen die Schwerkraft“. Wahrhaft „österliche“ Menschen seien „nur jene, in deren Leben die Kräfte der Freude, der Selbstüberschreitung und des Mitgefühls am Wirken sind“.

Die Fassade des Bischofshofes soll ab Mai ein riesiges Bild des Künstlers Heinz Ebner nach einem Konzept von Diözesansprecher Dominik Orieschnig zieren. Das Werk, das die Heiligen Benedikt von Nursia, Kyrill und Method, Katharina von Siena, Birgitta von Schweden und Edith Stein zeigt, ist wie ein Mosaik gestaltet und soll auf die Vielfalt als Reichtum Europas hinweisen.




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