Letztes Update am Mo, 15.04.2019 18:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Libyen - Conte traf Al Thani: „Sorge vor humanitärer Krise“



Rom/Tripolis (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte hat am Montag nach einem Treffen mit dem katarischen Außenminister und Vizepremier Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zum Thema Libyen vor einer „verheerenden humanitären Krise“ im nordafrikanischen Land gewarnt. „Wir müssen konkret handeln, um diese Gefahr abzuwenden“, so Conte bei einer Pressekonferenz in Rom.

„Italien befürchtet stark eine Militär-Eskalation in Libyen. Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und einen Rückzug der ostlibyschen Armee LNA“, sagte Conte. Al-Thani macht Druck, damit Italien eine Schlüsselrolle bei den Friedensgesprächen in seiner früheren Kolonie Libyen übernimmt.

„Die politische Lösung ist die einzig mögliche. Italien intensiviert seine Anstrengungen für eine Friedenslösung unter UN-Ägide“, erklärte der parteilose Conte. Er trifft am Montagabend den stellvertretenden libyschen Ministerpräsidenten Ahmed Maitik. Dieser hat Europa vor Verhandlungen mit dem mächtigen Gegenspieler der Einheitsregierung in Tripolis, General Khalifa Haftar, gewarnt.

Der libysche Ministerpräsident Fayez al-Sarraj, dessen Regierung von den Vereinten Nationen unterstützt wird, warnte vor einer Migranteninvasion in Richtung Europa. Die Verschlechterung der Lage in Libyen könnte bis zu 800.000 Migranten und Libyer „zur Invasion von Italien und Europa bewegen“, so Sarraj im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Onlineausgabe von Montag). „Wir werden nie zulassen, dass 800.000 Migranten in Italien eintreffen“, reagierte der italienische Vizepremier und Fünf Sterne-Chef Luigi Di Maio nach Medienangaben.

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