Letztes Update am Mo, 15.04.2019 22:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Notre-Dame - KHM-Direktorin Haag sieht „schrecklichen Verlust“



Paris/Wien (APA) - Der Brand in der Pariser Kathedrale von Notre-Dame bedeutet aus kunstgeschichtlicher Sicht in jedem Fall einen „schrecklich großen Verlust“, erklärte Sabine Haat - Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums (KHM) und Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission - Montagabend gegenüber der APA. „Notre-Dame ist eines der großen Kulturdenkmäler, eine der frühesten gotischen Kathedralen.“

In der Kirche, „die so viele Jahrhunderte überstanden hat und mit der sich so viele identifizieren“, sind zahlreiche Objekte von kunsthistorischer Relevanz verbaut oder werden dort aufbewahrt - „etwa die wertvollen Glasfenster oder der wichtige Kirchenschatz“. Weil Bauwerke dieser Bedeutung meist „gut dokumentiert und vermessen“ sind, werde es zwar möglich sein, „mit entsprechenden Experten den Versuch einer Rekonstruktion zu wagen“, so Haag. Dieser werde aber vor allem davon abhängen, „wie weit die Zerstörung fortschreitet“.

Was die Überprüfung von Brandschutzmaßnahmen bei Kulturdenkmälern in Österreich betrifft, sieht Haag die Notwendigkeit „ständiger Prüfung: Sicherheit ist ein Thema, das niemals aufhört.“ Katastrophen wie diese seien leider immer wieder Anlass, Sicherheitssysteme im eigenen Bereich neu unter die Lupe zu nehmen. Besonders schmerzlich sei dabei, dass erst im vergangenen September das Nationalmuseum in Brasilien einem Brand zum Opfer fiel - „auch das ein großer, eigentlich unermesslicher Verlust für das kulturelle Gedächtnisses dieses Landes“, so Haag. „Dass innerhalb so kurzer Zeit ein weiterer Kulturschatz durch einen Brand zerstört wird, macht sehr traurig und betroffen.“




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