Letztes Update am Di, 16.04.2019 11:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lopatka-Prozess in Graz mit Befragung der dritten Tochter fortgesetzt



Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag der Prozess gegen Eduard Lopatka fortgesetzt worden. Am Programm standen die Befragung einer Tochter sowie der Ex-Frau. Dem Arzt wird vorgeworfen, jahrelang seine vier Kinder gequält zu haben. Er soll sie durch Selbstmorddrohungen und -verletzungen verunsichert und durch abfällige Bemerkungen gekränkt haben.

Am Beginn der Verhandlung standen wieder einmal Anträge, diesmal wollte der Privatbeteiligtenvertreter unter anderem einen Tagebuchauszug des Angeklagten verlesen haben. „Mit den Persönlichkeitsrechten haben Sie kein Problem?“, fragte Richter Oliver Graf, der das Schriftstück vorläufig nicht zuließ.

Dann begann die abgesonderte Befragung der dritten Tochter, die beiden anderen sowie der Sohn wurden bereits gehört. Die mittlerweile 29-Jährige wirkte sehr mitgenommen und weinte nahezu während des gesamten Gesprächs mit dem Richter.“Ich habe heute noch Angst vor ihm“, gab die Zeugin über ihren Vater zu Protokoll. „Warum?“, wollte der Richter wissen. „Weil ich gehört habe, dass er sich eine Schusswaffe gekauft hat, weil er Sprengstoff hat, weil er Säure für der Mama ihr Gesicht gekauft hat, weil er unser Haus sprengen will“, brach es auch der jungen Frau heraus.

Auch die Morddrohungen, die Lopatka gegen eine seiner Ex-Freundinnen gerichtet haben soll, würden ihr Angst machen. „Glauben Sie dieser Frau alles?“, fragte der Vorsitzende. „Ja, Waffen waren immer schon ein Thema“.

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Die Selbstmorddrohungen des Vaters versetzten sie in Angst und Schrecken als sie ein Kind war. Sie schilderte, dass er einmal vor der Schlafzimmertüre gestanden sei und sich eine Waffe an die Schläfe gehalten hatte. Sie habe geschrien „Bitte Papa tu‘s nicht“. Später erkannte sie, „es war nur Manipulation, er wollte sich eh nie umbringen“, war sie bei ihrer Befragung überzeugt.

Trotz aller Probleme habe sie „ihn vergöttert“, er sei ihr „halbes Herz“ gewesen. „Ich bin ihm als Einzige immer nachgelaufen, wenn er weggegangen ist, ich wollte eine gute Tochter sein.“ Der Mutter durfte sie nie etwas erzählen, der Vater redete ihr ein, dass sich diese dann scheiden lassen würde. „Ich habe gedacht, wenn sich die Mama scheiden lässt, bringt er sich um.“




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