Letztes Update am Di, 16.04.2019 11:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ein „Hase“, der Eier legt ... - Ein paar „Fakten“ für die Feiertage



Berlin/Wien (APA/dpa) - Alle Jahre wieder - kommt auch der Osterhase. Der hat in der Geschichte der Menschheit schon verschiedenste Bedeutungen und Rollen übernommen. Hier noch einige wenige zusätzliche „Fakten“ für das Osterwochenende:

IKONOGRAPHIE: In der Bildenden Kunst wird seit jeher nicht zwischen Hasen und Kaninchen unterschieden. In der Antike galten sie als fruchtbare Nachttiere und als Symbol für das Weiterleben nach dem Tod. Als Attribute von Venus und Eros waren sie aber auch Spiegelbild der sinnlichen Liebe. Im Alten Testament wurden die Hasen für unrein erklärt und durften nicht gegessen werden. Andererseits konnte später ein weißer Hase auch ein Hinweis für die Auferstehung Christi in der Kunst bedeuten, wie die in Salzburg und Wien lehrende Kunsthistorikerin Hildegard Kretschmer in ihrem „Lexikon der Symbole und Attribute der Kunst“ schrieb. Ein solches Sujet taucht beispielsweise in einem Bild Giovanni Bellinis auf. Wegen der Fruchtbarkeit der Hasen blieb es in der Kunst aber oft bei der Rolle der Versinnbildlichung der „Wollust“ bis hin zum Sündenfall von Adam und Eva. „Ein unschuldiger weißer Hase, zu Füßen Mariens oder eines Heiligen, gilt als Sinnbild des Sieges über die Fleischlichkeit“, schrieb die Kunsthistorikerin unter anderem.

TEURER SCHOKOHASE: 43.000 Euro kostete der wohl bisher teuerste Schokohase. Er hatte Diamantaugen und war 38 Zentimeter groß. Um ihn zu schaffen, brauchte der britische Chocolatier Martin Chiffers rund 40 Stunden, wie die Zeitschrift „Forbes“ berichtete.

GRÖSSTER SCHOKOHASE: Viereinhalb Meter hoch und rund 4.200 Kilo schwer war der laut Guinness-Buch größte Schokohase, den es je gab. Neun Menschen arbeiteten 2017 in Brasilien acht Tage lang an der süßen Skulptur.

ZUMINDEST EIN HASE LEGT EIER - „Kaviarersatz“: Bis zu 200:000 Eier legt ein einziges Seehasen-Weibchen jedes Frühjahr. Um Ostern haben die in der Ostsee lebenden Fische ihre Laichzeit. Ihre orange-roten Eier werden schwarz gefärbt, gesalzen und als „Deutscher Kaviar“ verkauft. Damit soll er aussehen wie der klassische und teurere Kaviar vom Stör. Auch die Seehasen geraten in der Ostsee immer mehr in Gefahr der Ausrottung - durch Überfischung und indem der Mensch ihnen den Lebensraum mit Sand- und Kiesabbau wegnimmt.

SEXY BUNNY: Ein anderes berühmtes Häschen ist das Logo-Tier des Männermagazins „Playboy“. Dessen verstorbener Gründer Hugh Hefner fand das Tier frech und sexy. Er mochte auch die echten Tiere und spendete Geld für deren Schutz. So ist eine gefährdete Kaninchenart sogar nach ihm benannt - die Sylvilagus palustris hefneri.

MEIN NE IST HASE, ICH WEISS VON NICHTS: Diese Redewendung stammt aus dem 19. Jahrhundert und geht auf den Heidelberger Jus-Studenten Viktor Hase zurück. Einer seiner Freunde hatte in einem Duell seinen Gegner erschossen. Hase lieh ihm seinen Studentenausweis, damit er über die französische Grenze verschwinden konnte. Vor Gericht sagte der Fluchthelfer: „Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts!“ Damit kam er wohl glimpflich davon: Hase erhielt seinen Ausweis zurück und später den Doktor-Titel. Sein Freund trat der Fremdenlegion bei.




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