Letztes Update am Di, 16.04.2019 12:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Enttäuschender Börsenstart für Zahlungsabwickler Nexi in Mailand



Rom/Mailand (APA) - Der bisher größte Börsengang in Europa im heurigen Jahr, jener des italienischen Zahlungsabwicklers Nexi an der Mailänder Börse, enttäuscht die Börsianer. Die Aktien gaben am Dienstag an ihrem ersten Handelstag um 7,6 Prozent auf 8,35 Euro nach. Das Papier war mit einem Preis von 9 Euro gestartet. Damit wurde Nexi mit 7,3 Milliarden Euro bewertet.

Die Finanzinvestoren Bain Capital, Advent International und Clessidra blieben an Bord. Verschiedene Banken wie BPM, Creval, MPS und Ubi Banca, die zusammen 7 Prozent der Nexi-Anteile hielten, haben ihre Beteiligungen verkauft. Ausgegeben wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Aktien im Wert von 700 Mio. Euro, die zum Schuldenabbau des Unternehmens dienen sollen. Mit einem Volumen von etwa 2 Mrd. Euro ist Nexi heuer der bisher größte Börsengang in Europa.

„In Mailand debütiert eine innovative Gesellschaft, die das Interesse italienischer und ausländischer Investoren geweckt hat. Wir wollen auf Innovation setzen und bargeldlose Zahlungssysteme immer mehr fördern. Dieses Börsendebüt ist der Start in die Zukunft“, sagte Nexi-CEO Paolo Bertoluzzo.

Die in Mailand etablierte Gesellschaft, die 44,1 Millionen Kreditkarten und 2,7 Milliarden digitale Transaktionen jährlich verwaltet, will das mit dem Börsengang eingetriebene frische Kapital für ihr Wachstum nutzen. 850 Mio. Euro beträgt der Jahresumsatz, der Gewinn lag 2017 bei 80 Mio. Euro.

Nexi ist Marktführer im digitalen Zahlungsverkehr in Italien. Das Unternehmen unterhält Partnerschaften mit allen großen italienischen Banken. Die Zahlungsabwickler-Branche gilt als einer der am schnellsten wachsenden Bereiche im Finanzsektor. Die Nexi-Aktien sind auch in Wien handelbar.




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