Letztes Update am Di, 16.04.2019 13:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pärchen in Leoben - Prozess in Obersteiermark vor Schlussplädoyers



Leoben/Liezen (APA) - Der Prozess gegen ein obersteirisches Pärchen am Landesgericht Leoben wegen zweifachen Mordversuchs ist Dienstagmittag ins Finale gelangt: Nach der Mittagpause wurden die Schlussplädoyers der Staatsanwältin und der Verteidiger erwartet. Danach sollten sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen. Ein Urteil würde noch am Dienstag gefällt.

Das Pärchen - er dreifacher Vater, sie zweifache Mutter - war am 28. Oktober im obersteirischen Liezen in einer Disco zusammen ausgegangen. Als sie heimfahren wollten und bei der Garderobe ihre Jacken holten, trafen sie auf drei Männer aus Rumänien. Eine Auseinandersetzung folgte, schien dann aber geklärt. Das Paar wollte heim, wurde aber von den Rumänen Richtung Parkplatz verfolgt und vor dem Lokal blutig geschlagen.

Als das verletzte Paar danach mit dem Auto heimfuhr, entdeckten es am Weg plötzlich die Männer als Fußgänger am Straßenrand. Sie sollen zwei von ihnen absichtlich angefahren haben, ist der Anklage zu entnehmen. Eines der Opfer ist seither nicht ansprechbar und liegt wegen schwerer Schädelverletzungen im Wachkoma. Die 29-jährige Beifahrerin soll als Bestimmungstäterin agiert haben. Der Lenker des Fahrzeugs war ihr gleichaltriger Lebensgefährte. Bei dem Prozess widersprachen sich die beiden Beschuldigten allerdings und schoben sich die Idee, die Männer niederzufahren, gegenseitig in die Schuhe.

Der Beschuldigte stritt den versuchten Mord ab, jedoch gab er am Montag eine beabsichtigte Körperverletzung zu: „Ich wollte ihn mit dem Spiegel an der Hand erwischen, nicht töten. Ich dachte nicht im Entferntesten, dass es so ausgehen könnte.“ Erst von der Polizei habe er erfahren, dass er zwei Männer erfasst hatte und einer sehr schwer verletzt wurde. Die 29-Jährige wies jede Schuld von sich und gab an, den Vorschlag ihres Freundes gar nicht ernst genommen zu haben.




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