Letztes Update am Di, 16.04.2019 15:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahlen: Neue Pro-EU-Partei in Großbritannien tritt an



London (APA) - Knapp vor den Europawahlen, an denen mit größter Wahrscheinlichkeit trotz der Brexit-Wirren Großbritannien teilnehmen wird, hat sich eine neue proeuropäische Partei auf der Insel gebildet. Ihre Leitfigur ist der 42-jährige Pierre Kirk. Die „UK EU Party“ bezeichnet den Verbleib Großbritanniens in der EU als „die beste Option für die britischen Bürger“.

Vergangene Woche habe der EU-Gegner Nigel Farage seinen „Fehdehandschuh“ mit seiner Brexit-Partei geworfen. „Es gibt andere, die eine völlig andere Sicht haben und überzeugt sind, dass der Verbleib in der EU die beste Möglichkeit für jene ist, die Großbritannien lieben und das Beste für ihre Bürger wollen“. Kirk ist der Ansprechpartner der neuen Gruppe, die von in London beheimateten politisch bewussten Anwälte gebildet wurde.

„Wir stehen für die behutsamere Seite der Politik, die ein Ziel hat, und das ist, den Brexit zu stoppen.“ Kirk erklärte, „wir beabsichtigen, die einzige politische Partei in Großbritannien zu werden, die für die Rückkehr unseres Landes in die EU eintritt“. Mit sechs Millionen „Remainers“, die zuletzt eine Petition für den Rückzug des Artikel 50 eingetreten sind, und einer Million Menschen, die auf den Londoner Straßen für die EU demonstriert hatten, habe man sich entschieden, zu handeln, nachdem seit dem Referendum 2016 ein Chaos in der britischen Regierung ausgebrochen sei.

Die neue Pro-EU-Partei sei auch ein Angebot für jene Wähler, die vom Verhalten der Tories und von Labour genug hätten und sich nicht mehr durch die britische Politik vertreten fühlten. Man werde die britische Wirtschaft unterstützen, vor allem den Dienstleistungssektor. Seit dem ersten EU-Referendum seien bereits tausende von Jobs im Dienstleistungsbereich verloren gegangen. „Viele weitere werden folgen, wenn wir nicht den Brexit stoppen“.

Das zweite Ziel von „UK EU Party“ sei, vor allem die Jugend in Großbritannien zu repräsentieren. Die Zukunft der Jugendlichen könne nicht durch einen Austritt gesichert werden. Die EU-Wahlen seien eine Möglichkeit für das Land, ein zweites „informelles“ Referendum über den Brexit abzuhalten.




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