Letztes Update am Di, 16.04.2019 15:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mafia-Gruppen laut Europol größte Bedrohung für Sicherheit in Europa



Den Haag (APA/dpa) - Das organisierte Verbrechen ist nach Darstellung von Europol die größte Bedrohung für die Sicherheit in Europa. Verbrechen und Gewalt von Mafia-ähnlichen Banden hätten deutlich zugenommen, sagte Jari Liukku von der europäischen Polizeibehörde am Dienstag in Den Haag auf einer internationalen Konferenz. Führend seien die italienischen Mafia-Banden.

Diese operierten international, seien kaum aufzuspüren und wie Konzerne sehr effektiv organisiert. Auch Gruppen etwa aus Albanien oder Osteuropa seien stark im Kommen. Die Ermittler schätzen, dass mehr als 5.000 Mafia-ähnliche Gruppen mit Mitgliedern aus mehr als 100 Ländern in Europa aktiv sind. Sie seien im Drogenhandel aktiv und verdienten auch an Menschenschmuggel, Raub, Menschen- und Waffenhandel. Die Milliardengewinne werden, so die Ermittler, in legitimen Unternehmen gewaschen. Das organisierte Verbrechen infiltriere auf diese Weise die Wirtschaft.

Die Ermittler beschrieben die kalabrische Ndrangheta als besonders bedrohlich. Sie breite ihr Operationsgebiet immer weiter nach Osteuropa aus, sagte der Direktor der italienischen Anti-Mafia-Einheit, Giuseppe Governale. Die ‚Ndrangheta sei auch in Deutschland und Belgien aktiv. „Durch Korruption und Gewalt dringen sie tief in die Gesellschaft ein und werden immer größer und einflussreicher.“

Ermittler aus EU-Mitgliedsstaaten beraten zur Zeit in Den Haag am Sitz von Europol über Strategien im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Wegen der Migrationskrise und akuten Terrorgefahr seien die Banden aus dem Fokus geraten, kritisierte Europol. Um effektiv gegen sie vorzugehen, müssten die Ermittler Europas enger zusammenarbeiten und sich auf die Köpfe der Banden und ihre Strukturen konzentrieren.




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