Letztes Update am Mi, 17.04.2019 06:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl: Hoffnung auf Verbleib im EU-Parlament bei den Grünen



Wien (APA) - Die Grünen haben sich im Laufe ihrer Geschichte von EU-Gegnern zu glühenden Verfechtern der europäischen Integration entwickeln. Bei den Wahlen zum EU-Parlament schnitten sie oft überdurchschnittlich gut ab. Die letzte Wahl 2014 brachte ihnen mit 14,52 Prozent das beste Ergebnis bei einer Bundeswahl überhaupt. Diesmal kämpfen sie um den Verbleib im Europaparlament, zwei Mandate sind das Ziel.

In die erste EU-Wahl 1996 gingen die Grünen mit dem Salzburger Parteigründungsmitglied Johannes Voggenhuber an der Spitze, der schon vom Beginn 1995 an als vom Nationalrat entsandter Mandatar im Europaparlament vertreten war. Das angestrebte zweite Mandat schafften sie nicht, sie kamen auf 6,8 Prozent der Stimmen.

Bei der zweiten Wahl 1999 legten die Grünen auf 9,3 Prozent zu. Neben Voggenhuber schaffte es damit auch die Schauspielerin Mercedes Echerer ins Europaparlament.

Im Jahr 2004 holten sie erstmals die Zweistelligkeit mit 12,9 Prozent, mehr als zwei Sitze schauten für die Grünen dennoch nicht heraus. Das zweite Mandat wanderte von Echerer zur Tirolerin Eva Lichtenberger, einst Österreichs erste Grüne Landesrätin.

Fünf Jahre später rutschen die Grünen bei der Wahl 2009 wieder unter zehn Prozent (9,9), retteten aber ihr zweites Mandat. Erschwert wurde ihr Wahlkampf durch die Ausbootung Voggenhubers durch die Parteidelegierten, die Ulrike Lunacek den Vorzug als Spitzenkandidatin gaben. Ab diesem Zeitpunkt führte Voggenhuber eine lautstarke Kampagne gegen seine Heimatpartei, heuer tritt er mit der Liste EUROPA JETZT gegen sie an.

Die fünfte Europawahl 2014 brachte den Grünen einen Triumph. Lunacek setzte in der zweiten Spitzenkandidatur den Bundeswahl-Rekord auf 14,5 Prozent hinauf, die Riege wuchs auf drei Mandate. Die Grünen blieben klar Vierte vor der neuen Konkurrenz, den NEOS. Michel Reimon (als Nachfolger Lichtenbergers) und Monika Vana waren die Neuen im Europaparlament. Nach dem Debakel bei der Nationalratswahl 2017 trat Lunacek zurück, auf sie folgte Thomas Waitz.

Die nun sechste Europawahl am 26. Mai 2019 ist für die Grünen eine besonders wichtige, wollen sie nach dem Parlamentsrauswurf durch die Wähler doch die Trendumkehr schaffen und beweisen, dass sie eine bundesweite Wahl wieder positiv meistern können. Wichtigstes Ziel ist daher, sich im Europaparlament zu halten - wofür beinahe fünf Prozent Stimmanteil notwendig -, doch auch mit einem zweiten Mandat wird geliebäugelt. Spitzenkandidaten sind Bundessprecher Werner Kogler und die Promiköchin und Landwirtin Sarah Wiener.

~ WEB http://www.gruene.at ~ APA021 2019-04-17/06:00




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