Letztes Update am Mi, 17.04.2019 11:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israelische Armee zerstörte Haus von mutmaßlichem Attentäter



Ramallah (APA/dpa) - Die israelische Armee hat das Haus eines mutmaßlichen palästinensischen Attentäters im besetzten Westjordanland zerstört. Saleh Barghouti habe mit seinem Bruder im Dezember bei einem Anschlag ein Baby getötet und sieben weitere Israelis verletzt, teilte die Armee am Mittwoch mit. Der Mann aus Kobar in der Nähe von Ramallah wurde wenige Tage nach der Tat bei seiner versuchten Festnahme erschossen.

Die Israelis hatten nach Armeeangaben im nördlichen Westjordanland an einer Bushaltestelle bei der Siedlung Ofra gewartet. Aus einem vorbeifahrenden palästinensischen Auto sei auf die Menschen geschossen worden.

Saleh Barghoutis Bruder Assem wurde in der Zwischenzeit wegen eines weiteren Anschlags nach der Attacke bei Ofra angeklagt. Bei dem Anschlag nördlich von Jerusalem hatte nach Armeeangaben der Angreifer das Feuer ebenfalls auf Israelis an einer Bushaltestelle eröffnet. Zwei Soldaten starben, ein Soldat und ein Zivilist wurden verletzt.

Die Zerstörung der Häuser mutmaßlicher, verurteilter oder auch getöteter Terroristen ist umstritten. Menschenrechtsorganisationen lehnen die Strafmaßnahme als Kollektivstrafe und Kriegsverbrechen ab. Israel rechtfertigt sie hingegen als wichtige Abschreckung. In den Häusern leben in der Regel die Familien der Attentäter, die durch die Zerstörung häufig obdachlos werden.




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