Letztes Update am Mi, 17.04.2019 11:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indonesien-Wahl - Loch stanzen statt Kreuz machen



Jakarta (APA) - Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, darunter Österreich, wird in Indonesien nicht gewählt, indem ein Kreuz in den vorgesehenen Kreis neben dem Partei- oder Kandidatennamen gemacht wird. Jeder der knapp 193 Millionen Wahlberechtigten in dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land erhält einen Nagel, mit dem er ein Loch in den Wahlzettel neben seiner favorisierten Partei stanzt.

Bei der anschließenden Auszählung der Stimmen halten Wahlbeobachter das Papier in die Höhe, um zu prüfen, ob Licht durch die kleinen Löcher scheint. In Österreich würde ein stark beschädigter Wahlzettel als ungültig gezählt werden.

2009 versuchte die indonesische Wahlkommission KPU von dem Nagel-System zu Kugelschreiber und Papier zu wechseln, scheiterte damit aber. Nachdem 14 Prozent der Stimmzettel für ungültig erklärt wurden - üblicherweise beträgt dieser Anteil nur zwei bis drei Prozent - kehrte man wieder zum alten System zurück. Analysten machen dafür die schlechte Aufklärung der Wähler durch die Kommission über den neuen Wahlvorgang verantwortlich.

Ungewöhnlich ist auch der Wahlvorgang in traditionellen Dorfgemeinschaften, etwa auf Bali oder der Provinz Papua. Dort sammeln die Vorsteher die Stimmen der Dorfbewohner und entscheiden dann nach dem Mehrheitsentscheid, wohin die Stimmen gehen. Beobachter kritisieren diese Praxis seit langem wegen des fehlenden Wahlgeheimnisses.

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