Letztes Update am Mi, 17.04.2019 12:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sudans gestürzter Präsident Bashir in Gefängnis in Khartum gebracht



Khartum (APA/AFP) - Sudans gestürzter Präsident Omar al-Bashir ist in ein Gefängnis in der Hauptstadt Khartum verlegt worden. Ein Familienmitglied des langjährigen Präsidenten sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP, Bashir sei in der Nacht in die Haftanstalt Kober im Norden Khartums gebracht worden. Bisher war der 75-Jährige vom Militär an einem unbekannten Ort festgehalten worden.

Der seit drei Jahrzehnten autoritär herrschende Bashir war am Donnerstag vergangener Woche nach monatelangen Massenprotesten vom Militär gestürzt und festgenommen worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde ein Militärrat eingesetzt. Die Proteste in Khartum dauern aber an. Die Anführer der Protestbewegung fordern die rasche Einsetzung einer Zivilregierung.

Die Demonstranten verlangen, dass Bashir vor Gericht gestellt wird. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert dagegen eine Auslieferung Bashirs an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag, der schon vor Jahren einen Haftbefehl gegen Bashir wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes in Darfur erlassen hatte. Der Militärrat will darüber aber nicht entscheiden und die Entscheidung einer gewählten Zivilregierung überlassen.




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