Letztes Update am Mi, 17.04.2019 14:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Serbische Patriarch Irinej besuchte den Kosovo



Prishtina (Pristina) (APA) - Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej hat in den vergangenen Tagen dem Kosovo einen Pastoralbesuch abgestattet. Dabei ermutigte er die serbisch-orthodoxen Christen, ihrem Glauben und der Heimat treu zu bleiben, meldet Kathpress unter Berufung auf die Stiftung „Pro Oriente“.

Erste Station war am 12. April das Patriarchenkloster in Peja (Pec), das als Schatzkammer serbischer Geschichte und heiligster Ort der serbisch-orthodoxen Kirche gilt. Im Juli 2006 wurde es in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Irinej besuchte er auch die Metropolitankirche, die vor 15 Jahren bei serbenfeindlichen Unruhen zerstört und jetzt wieder aufgebaut wurde. Er rief die Serben immer wieder dazu auf, im Kosovo zu bleiben und bekundete seine Freude darüber, dass unter den Gläubigen so viele Kinder waren.

Tags darauf war der Patriarch zu Gast im Kloster Decani, wo der heiliggesprochene serbische König Stefan Uros III. begraben liegt. In der Zeit des Kosovo-Krieges erlangte Kloster Decani internationale Bekanntheit durch die Tätigkeit von Abt Sava, der als „Cyber Monk“ bekannt wurde und die Internet-Präsenz des Klosters aufbaute. Der Abt prangerte die Vertreibung der serbischen Bevölkerung aus den umliegenden Orten durch die Banden des albanischen Extremisten - und späteren kosovarischen Ministerpräsidenten - Ramush Haradinaj an, nahm aber auch viele von den serbischen Sicherheitskräften verfolgte Albaner im Kloster auf.

Mehrfach wies Sava Janjic Unterstellungen zurück, die das Kloster diskreditieren sollten, etwa als behauptet wurde, im Kloster Decani hätten serbische paramilitärische Einheiten Unterschlupf gefunden oder der serbische Nationalistenführer Vojislav Seselj habe sich mit den Mönchen getroffen. Nach dem Einmarsch der NATO-Truppen blieb die Sicherheitslage für Decani extrem angespannt. Seit 1999 gab es Dutzende Überfälle albanischer Extremisten auf das Kloster, die nur dank der Wachsamkeit der in Decani stationierten NATO-Einheiten abgewehrt werden konnten.

Am 14. April besuchte der serbische Patriarch eine Reihe von serbischen Enklaven im Kosovo, deren Bewohner unter schwierigen Bedingungen leben müssen, darunter Orahovac. Einen Höhepunkt der Pastoralreise bildete am 15. April der Besuch in Prizren, wo Irinej zunächst im Erzengelkloster unweit der Stadt betete. Er besuchte auch das orthodoxe Priesterseminar, an dem er einst selbst studiert und gelehrt hatte.




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