Letztes Update am Mi, 17.04.2019 16:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bulgariens Juden besorgt: Rechtsextremisten-Treffen in Sofia geplant



Sofia (APA/dpa) - Ein in Bulgarien geplantes Treffen europäischer Rechtsextremisten löst große Besorgnis unter den Juden im Land aus. „Für uns ist das geplante Ereignis äußerst beunruhigend“, sagte Sofia Koen, Führungsmitglied von „Shalom“, der Organisation der Juden in Bulgarien, am Mittwoch dem Staatsradio in Sofia. „Wir sehen dies als einen Übergriff auf die Demokratie in Bulgarien.“

Das Treffen soll am kommenden Sonntag stattfinden. Am Samstag jährt sich der Geburtstag von Adolf Hitler.

Die im Parlament in Sofia nicht vertretene rechtsextreme Bulgarische Nationale Union hat das Treffen mit europäischen Nationalisten unter dem Motto „Zusammen für ein Europa der Vaterländer“ angekündigt. Daran soll aus Deutschland die rechtsextreme Kleinpartei Die Rechte teilnehmen. Außerdem werden Nationalisten aus Frankreich (Les Nationalistes), Polen (Szturmowcy), Ungarn (Légió Hungária) und Tschechien (Narodni i socialni fronta) erwartet. Der genaue Tagungsort ist noch unbekannt.

Zu Vorwürfen des bulgarischen Zweigs der jüdischen Organisation B‘nai B‘rith, dass das EU-Land Treffen dieser Art dulde, sagte der Vize-Außenminister Georg Georgiew dem bulgarischen Staatsrundfunk: „Wir arbeiten darauf hin, jegliche Möglichkeit zur Verletzung der Moral, der ethischen Normen und der Ruhe in der Gesellschaft zu verhindern.“ Bulgarien sei sehr aktiv, sich gegen diese Art von Propaganda zu stellen, sagte der für den Kampf gegen Antisemitismus zuständige Vize-Außenminister.




Kommentieren