Letztes Update am Mi, 17.04.2019 18:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland verlängerte U-Haft für ukrainische Seeleute



Kiew (APA/dpa) - Trotz internationaler Bemühungen um eine Freilassung bleiben die im November festgenommenen ukrainischen Matrosen weiter in russischer Untersuchungshaft. Ein Moskauer Gericht verlängerte die Haft zunächst bis Ende Juli, wie die Agentur Interfax am Mittwoch meldete. Die Entscheidung wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit verkündet.

Zuvor hatte sich Kiew an den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg für die Freilassung der 24 Seeleute gewandt. Die Matrosen sitzen seit mehr als vier Monaten wegen angeblicher Grenzverletzung in einem Moskauer Gefängnis ein. Zuvor waren sie beim Versuch, aus dem Schwarzen Meer ins Asowsche Meer zu gelangen, von der russischen Küstenwache gewaltsam gestoppt und festgesetzt worden. Die Regierung in Kiew sieht sie als Kriegsgefangene.

Erst in der vergangenen Woche hatte Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko abermals die Freilassung der Männer gefordert. Dabei bekräftigte sie, dass Deutschland fest an der Seite des Landes stehe.

Das Schicksal der Seeleute ist auch ein wichtiges Thema vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine am Sonntag (21. April). Der einflussreiche Oligarch Igor Kolomoiski, der enge Verbindungen zum Wahl-Favoriten Wolodymyr Selenskyj hat, hat die bisherige Darstellung aus Kiew zurückgewiesen. Er warf Poroschenko vor, den Zwischenfall provoziert und damit die Gefangenschaft der Seeleute riskiert zu haben.




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