Letztes Update am Mi, 17.04.2019 20:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jihadist in Marokko festgenommen - Anschlag in Sevilla geplant?



Sevilla/Rabat (APA/dpa) - Sicherheitskräfte haben in Marokko einen mutmaßlichen Jhadisten festgenommen, der während der berühmten Osterfeierlichkeiten in der südspanischen Stadt Sevilla ein Selbstmordattentat geplant haben soll. Nach der Inhaftierung sei die Wohnung des Verdächtigen in Sevilla durchsucht worden, teilte die spanische Nationalpolizei am Mittwoch auf Twitter mit.

Die Online-Zeitung „El Confidencial“ berichtete unter Berufung auf eine Quelle der spanischen Anti-Terror-Einheiten, es handle sich um einen 23-jährigen Marokkaner mit Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat, der an der Universität von Sevilla studierte. Die Festnahme sei in Zusammenarbeit mit der Polizei in Rabat erfolgt.

Der Mann habe konkrete Anschlagspläne auf die weltbekannten religiösen Oster-Prozessionen in der andalusischen Metropole gehabt, hieß es weiter. Die Feiern der „Semana Santa“ in Sevilla gelten als die bedeutendsten in ganz Spanien und locken jedes Jahr Tausende Menschen aus aller Welt in die Stadt. Den Angaben zufolge soll der Mann die Pläne den Behörden gegenüber gestanden haben.

Anderen Medienberichten zufolge, wäre auch ein Anschlag während der Parlamentswahlen am 28. April möglich gewesen. Die spanische Behörden erhöhten bereits vor einer Woche die Terror-Alarmbereitschaft, nachdem die Jihadistenorganisation „Islamischer Staat“ Anfang April in Video-Botschaften im Internet zu Anschlägen während der Karwoche in Spanien aufrief. Die islamistische Organisation verlangt seit Jahren die Befreiung und Rückeroberung Spaniens, welches von 711 bis 1492 unter dem arabischen Namen al-Andalus unter muslimischer Herrschaft stand.

So wurde Spanien in der Vergangenheit immer wieder von islamistischen Anschlägen und Attentaten heimgesucht. Am 17. August 2017 fuhr ein Attentäter in Barcelona mit einem Lieferwagen durch eine Menschenmenge auf dem Boulevard La Rambla. 14 Menschen kamen ums Leben, 118 Menschen wurden teils schwer verletzt. Am 11. März 2004 ließen islamistischen Terroristen drei Tage vor den damaligen Parlamentswahlen Bomben in mehreren Nahverkehrszügen in Madrid explodieren. 191 Menschen starben, fast 2000 Personen wurden verletzt.




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