Letztes Update am Do, 18.04.2019 06:03

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Geschichte und Erneuerung: Kunsthistoriker Hermann Fillitz wird 95



Wien (APA) - Er hat das kulturelle Leben Österreichs in der Nachkriegszeit erheblich mitgestaltet: Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Ordinarius am Institut für Kunstgeschichte der Uni Wien war Hermann Fillitz zwischen 1982 und 1990 Erster Direktor des Kunsthistorischen Museums. Am Samstag feiert der Wiener Kunsthistoriker seinen 95. Geburtstag.

Fillitz, der am 20. April 1924 in Wien geboren wurde, absolvierte in seiner Heimatstadt das Humanistische Gymnasium. Nach der Matura studierte er Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie an der Universität Wien, wo er 1947 auch promovierte. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeiten standen seit Beginn seiner Tätigkeit am Kunsthistorischen Museum im Jahr 1948 die Studien zur Krone des Heiligen Römischen Reichs. Von 1958 bis 1964 leitete Fillitz die heutige Kunstkammer im Kunsthistorischen Museum, zwischen 1965 und 1967 war er Direktor des Österreichischen Kulturinstituts in Rom.

Seine universitäre Laufbahn führte Fillitz, der sich vor allem mit der Kunstgeschichte des Mittelalters sowie Schatz- und Insignienkunde beschäftigte, von 1967 bis 1974 als Ordinarius an die Universität Basel. Danach wirkte er 20 Jahre lang als Ordinarius am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien. Parallel dazu wurde er von 1982 bis 1990 zum Ersten Direktor des Kunsthistorischen Museums (KHM), dessen Renovierung und Modernisierung er in Angriff nahm.

Bekannt wurde das Mitglied der Akademie der Wissenschaften auch durch sein Engagement zur baulichen Sanierung der Bundesmuseen („Museumsmilliarde“), für die Eröffnung des Museums für moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien (nunmehr im Museumsquartier), die Ausrichtung des Internationalen Kunsthistorikerkongresses in Wien 1983 und die Herausgabe der Geschichte der bildenden Kunst in Österreich 1998-2003.

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Nach seiner Emeritierung im Herbst 1993 war Fillitz mit der Planung der Europaratsausstellung „Der Traum vom Glück - Die Kunst des Historismus in Europa“ beschäftigt, die 1996 im Wiener Künstlerhaus sowie in der Akademie der bildenden Künste gezeigt wurde. 1996 wurde er schließlich vom Europarat in Straßburg mit der Goldmedaille für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Hierzulande ehrte man ihn 1998 mit dem Großen Kardinal-Innitzer-Preis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Forschung und Wissenschaft und 2003 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.




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