Letztes Update am Do, 18.04.2019 06:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Seidenstraße - Milliardenkredite für arme Länder



Wien (APA) - 2013 hat Chinas Präsiden Xi Jinping offiziell seine Vision einer „neuen Seidenstraße“ vorgestellt, rasch wurde das Projekt in „Belt and Road initiative“ (BRI) umgetauft. Es besteht aus der Idee, Staaten, die am Landweg (belt) oder am Seeweg (road) ungefähr auf der Route der historischen Seidenstraße liegen, mit Verkehrs- und Energieinfrastruktur auszustatten - und so den Handel anzukurbeln.

Auf der neuen Seidenstraße, die praktisch ganz Asien, einige Länder Afrikas sowie europäische Staaten, insbesondere osteuropäische, umfasst, liegen rund 65 Länder, die zusammen 30 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen, 62 Prozent der Weltbevölkerung beherbergen und 75 Prozent der weltweiten Energiereserven kontrollieren. Die Ausweitung auf Lateinamerika ist in Arbeit

Wie viel Geld genau in die Neue Seidenstraße fließt, weiß niemand. Diese Intransparenz ist eines der Probleme. Nach Schätzungen werden jährlich 150 Mrd. Dollar (133 Mrd. Euro) Kredite für das Projekt Neue Seidenstraße vergeben, heißt es in einer Weltbank-Studie. Angekündigt ist eine Billion Dollar an Investitionen.

Das Problem für die Empfängerländer liegt darin, dass China in der Regel verlangt, dass chinesische Firmen für den Bau der vereinbarten Straßen, Brücken oder Eisenbahnstrecken beauftragt werden und diese dann mit chinesischen Arbeitern bauen, sodass kaum Wertschöpfung im Zielland bleibt - wohl aber ein Kredit, der erst zurückgezahlt werden muss. Kritiker warnen schon länger vor einer neuen Abhängigkeit von Entwicklungsländern von China. Vor einem halben Jahr hat Malaysia schon vereinbarte Projekte im Wert von 25 Mrd. Dollar abgesagt. Regierungschef Mahathir Mohamad argumentierte, sein Land könne es sich nicht leisten, so viel Geld zurückzuzahlen. Auch brauche Malaysia diese Projekte derzeit nicht.

Das Seidenstraßenprojekt ist getragen von großen Ankündigungen. Transparenz ist aber sicherlich keine Stärke. Wer genau wie viel Kredit bekommt und schon gar die genauen Konditionen sind nicht bekannt. So sagen Kritiker beispielsweise, dass Montenegro als Sicherheit für einen Infrastrukturkredit China für den Fall von Zahlungsausfällen Zugang zu Land ermöglichen musste. Ob und in welchen Umfang das vereinbart ist, geht aus offiziellen Aussagen nicht hervor. Bekannt ist aber, dass Chin in Afrika bereits Zugriff auf riesige Landflächen erlangt hat.

Offizielle Informationen zum Forum: https://beltandroad2019.com/english/




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