Letztes Update am Do, 18.04.2019 11:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖH-Wahl: Beteiligung zuletzt am Tiefpunkt



Wien (APA) - Bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) vom 27. bis 29. Mai hat sich die aktuelle ÖH-Spitze eine „substanzielle“ Steigerung der Beteiligung vorgenommen. Das Potenzial dafür ist groß: Beim letzten Urnengang 2017 gaben nur 24,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - so wenige wie nie zuvor.

Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Studenten und der Wahlbeteiligung - je mehr Wahlberechtigte, desto weniger machen relativ gesehen von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Am ersten Urnengang nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 beteiligten sich noch rund 80 Prozent der damals knapp 27.000 Studenten. Bis 1967 wählten stets zwischen 60 und 70 Prozent.

Ab 1969 (53 Prozent) setzte mit der massiven Studentenexpansion dann der rapide Rückgang ein. Die Wahlbeteiligung ist seit 1975 (40 Prozent) nicht mehr über die 40 Prozent-Marke geklettert, dümpelte Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre rund um die 30 Prozent dahin und verfehlt seit Ende der 1990er Jahre selbst diese Marke fast durchgehend. 2009 wurde mit 25,7 Prozent der bis dahin tiefste Wert erreicht - und das obwohl es bei diesem Urnengang die bisher einzige Möglichkeit gab, die Stimme wahlweise per E-Voting online abzugeben.

Auch andere Maßnahmen zur Steigerung der Beteiligung halfen nicht: 2015 gab es erstmals die Möglichkeit der Briefwahl - trotzdem rasselte die Beteiligung mit 25,9 Prozent nur knapp am absoluten Tiefstwert vorbei. 2017 war es dann mit 24,5 Prozent geschafft: Erstmals gab weniger als ein Viertel der Wahlberechtigten seine Stimme ab - und das trotz neu geschaffener Möglichkeit zur Vorziehung eines Wahltags an Hochschulen mit berufsbegleitenden oder dualen Studiengängen.

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Zum Vergleich: In der Arbeiterkammer oder der Wirtschaftskammer, ebenfalls Körperschaften öffentlichen Rechts mit Pflichtmitgliedschaft, machten zuletzt jeweils knapp 40 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Heuer dürfen rund 338.000 Studenten an Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, Privatunis und der Donau-Uni Krems die Zusammensetzung des bundesweiten Studentenparlaments, der Bundesvertretung, direkt mitbestimmen.

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