Letztes Update am Do, 18.04.2019 12:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Serbien pessimistisch zu Kosovo-Frage vor Westbalkantreffen in Berlin



Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Vor dem Westbalkantreffen in Berlin am 29. April bleibt die Situation zwischen Serbien und Kosovo verfahren. Von der Konferenz erwartet Serbien nicht viel. Er habe ohnehin das Gefühl, dass alle in der Region, aber auch in ganz Europa und weltweit, jede Chance begraben hätten, eine Vereinbarung zum Kosovo zu erreichen, sagte Präsident Aleksandar Vucic der Tageszeitung „Blic“ am Donnerstag.

Serbien selbst habe alles unternommen, um zu einem Kompromiss zu kommen, beteuerte Vucic. „Wir werden aber nicht akzeptieren, nichts zu bekommen.“

Serbien sei nicht mehr das Land, dem „irgendwelche Lösungen serviert werden können“, meinte auch Ministerpräsidentin Ana Brnabic. Der Dialog mit dem Kosovo sei eingestellt worden und werde auch nicht fortgesetzt, so lange die Zölle für Waren aus Serbien in Kraft seien, wurde Brnabic von Belgrader Medien zitiert. Von dem Westbalkantreffen in Berlin erwarte sie „nicht viel“.

Die kosovarische Regierung hatte im November die Zölle für Waren aus Serbien drastisch erhöht. Vucic ließ daraufhin wissen, dass er den EU-initiierten Normalisierungsdialog zwischen Belgrad und Prishtina nicht fortsetzen würde, solange die Zölle nicht aufgehoben seien.

Bei dem von Deutschland und Frankreich organisierten Treffen der Staats- und Regierungschefs der Westbalkan-Staaten am 29. April in Berlin soll auch die Kosovo-Frage thematisiert werden. Die kosovarische „Gazeta express“ spekulierte am Mittwoch, dass Frankreich und Deutschland dort einen Lösungsvorschlag für den Kosovo präsentieren wollen, der auch den Forderungen Belgrads entsprechen würde. Es handle sich um die Idee einer „doppelten Souveränität“, so das Blatt. Ein Gebietsaustausch zwischen Serbien und dem Kosovo sei allerdings ausgeschlossen.

Belgrad lehnt es nach wie vor ab, die im Jahre 2008 verkündete Unabhängigkeit der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo anzuerkennen.




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