Letztes Update am Do, 18.04.2019 12:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bewaffnete erschossen 14 Buspassagiere in Südwestpakistan



Islamabad (APA/dpa) - Unbekannte haben in der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan mindestens 14 Menschen getötet. Diese seien in einem Bus von mehr als zwölf bewaffneten Männern in Militäruniform in der Region Makran überfallen worden, sagte der Polizeichef der Provinz, Mohsin Butt.

Sie seien von der Provinzhauptstadt Quetta in die südliche Hafenstadt Gwadar unterwegs gewesen, als es in der Nacht auf Donnerstag kurz nach Mitternacht zu dem Überfall kam. Die Bewaffneten hätten erst die Dokumente der Buspassagiere überprüft, bevor sie sie erschossen hätten, sagte der lokale Polizeibeamte Ali Haider. Unter den Toten seien Angehörige der pakistanischen Marine und Pakistaner von außerhalb der Provinz.

Nur zwei Passagiere hätten entkommen können, sagte ein Mitarbeiter eines Geheimdienstes, der namentlich nicht genannt werden wollte. Sie würden in einem Krankenhaus der Marine behandelt.

Über das Motiv der Angreifer gibt es noch keine Erkenntnisse. In der Vergangenheit haben in der Region Makran Rebellen, die für eine Autonomie oder Unabhängigkeit der Provinz Baluchistan kämpfen, Sicherheitskräfte und Personen aus anderen Provinzen angegriffen.

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Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. Geheimdienstmitarbeiter sagten, sie würden Verbindungen des Vorfalls zur Befreiungsarmee Baluchistans (BLA), einer regionalen Rebellengruppe, prüfen.

Der Überfall passierte nur wenige Tage, nachdem sich in der Provinzhauptstadt Quetta ein Selbstmordattentäter auf einem Obstmarkt in die Luft gesprengt hatte. Dabei kamen mindestens 20 Personen ums Leben. Darunter waren vor allem Angehörige der ethnischen Minderheit der Hasara, die schiitische Muslime sind. Die sunnitische Terrormiliz „Islamischer Staat“ hatte den Anschlag für sich reklamiert.

Baluchistan grenzt an Afghanistan und den Iran und gilt als Unruheprovinz Pakistans. Taliban sind dort aktiv, sunnitische Extremisten verüben Anschläge auf schiitische Muslime. Zudem greifen Rebellen, die für eine Autonomie oder Unabhängigkeit der Provinz kämpfen, Sicherheitskräfte und auch chinesische Infrastrukturprojekte an. China investiert im Rahmen des Seidenstraßen-Projekts im sogenannten Wirtschaftskorridor China-Pakistan 62 Milliarden Dollar in das Energie- und Verkehrswesen Pakistans.




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