Letztes Update am Do, 18.04.2019 13:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polens Reparationsbeauftragter fordert offizielle Schritte



Warschau/Berlin (APA/dpa) - Polens Reparationsbeauftragter Arkadiusz Mularczyk fordert nach dem griechischen Beschluss, offiziell Reparationen von Deutschland zu fordern, entsprechende Schritte vom polnischen Parlament. „Die Entscheidung des griechischen Parlaments zeigt, dass die Internationalisierung der Angelegenheit in Sachen Kriegsreparationen aus Deutschland realistisch ist“, schrieb Mularczyk auf Twitter.

Das griechische Parlament hatte am Mittwochabend beschlossen, offiziell Reparationszahlungen von Deutschland für die Kriegsschäden und -verbrechen im Zweiten Weltkrieg einzufordern. Mularczyk, Politiker der nationalkonservative PiS, sagte am Donnerstag, es sei Zeit für eine Entscheidung des Warschauer Parlaments. Aus Polen wurden zwar seit 2017 aus Kreisen der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit PiS wiederholt Forderungen nach Entschädigungen aus Deutschland für den Zweiten Weltkrieg laut. Offizielle Ansprüche der Regierung gab es bisher aber nicht.

Eine von Mularczyk geleitete Parlaments-Arbeitsgruppe lässt Ansprüche gegenüber Berlin untersuchen. Die Vorstellung ihres Berichts ist noch für 2019 geplant. Details zum Publikationsdatum oder Schätzungen zur Schadenssumme machte Mularczyk bisher nicht.

Die deutsche Regierung hatte Forderungen Polens mit Hinweis auf einen mehrfach bestätigten polnischen Verzicht auf solche Zahlungen zurückgewiesen. Polnische Regierungsmitglieder argumentieren jedoch, eine solche Erklärung aus dem Jahr 1953 sei verfassungswidrig gewesen und nur auf Druck der Sowjetunion erfolgt. Außerdem habe sie nur die DDR betroffen.




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