Letztes Update am Do, 18.04.2019 13:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärntner wegen Tankstellenüberfalls zu acht Jahren Haft verurteilt



Klagenfurt (APA) - Ein 30-jähriger Klagenfurter ist am Donnerstag am Landesgericht wegen eines Tankstellenüberfalls zu acht Jahren verurteilt worden. Er gab zu, am 24. Dezember 2018 mit einer täuschend echt aussenden CO2-Pistole, maskiert mit Kapuze und Schal, den dortigen Angestellten bedroht und geschlagen zu haben, auch ein Kunde wurde Opfer. Die Beute fiel mit zehn Euro und vier Packungen Zigaretten mager aus.

Der Angeklagte hat seit seiner Jugend ein Drogenproblem, wurde im Prozess klar. Seine Lehre brach er ab, seit er 18 Jahre alt war, ist er im Substitutionsprogramm. Die so zur Verfügung gestellten Drogen reichten ihm aber nicht, immer wieder beging er Straftaten, weil ihn sein Beikonsum finanziell in Bedrängnis brachte. Sein Strafregisterauszug wies neun einschlägige Vorstrafen auf. Er saß bereits mehrmals im Gefängnis, bekam aber auch immer wieder Strafaufschub, wie etwa vor eineinhalb Jahren, als er statt eine Strafe abzusitzen, eine stationäre Therapie bezahlt bekam. „Das hat nicht funktioniert“, erklärte er dem Schöffensenat. „Ich hab drinnen auch schon konsumiert.“ Schließlich machte er sich einige Tage vor Ende des halbjährigen Aufenthalts davon. Er bekam eine Wohnung gestellt, machte einen Entzug von Benzodiazepinen im Krankenhaus, begann aber gleich danach, Kokain zu nehmen.

Zwei Wochen vor dem Überfall besorgte er sich trotz Waffenverbots die Gaspistole - nur zur Sicherheit, falls einmal die Situation beim Drogenkauf eskaliert und nicht, um den Raub zu begehen, wie er beteuerte. Der Überfall, bei dem er auch unter Einfluss von Suchtmitteln stand, brachte nicht die erhoffte Beute. Als der 30-Jährige nicht an das Geld in der Kasse kam, schlug er dem 57-jährigen Mitarbeiter mit der Waffe ins Gesicht. Der Tankwart erlitt eine Jochbeinprellung, wie er sagte. „Mir tut das leid, was ich da gemacht hab“, rief der Angeklagte dem Opfer nach, als dieses den Gerichtssaal verließ. „Ja, mir auch“, erwiderte der Tankwart ohne aufzusehen. Die zehn Euro Beute machte der 30-Jährige bei einem Tankstellenkunden, den er ebenfalls bedroht hatte.

„Startwohnung, Substitution, Sozialarbeit - das alles hat bis jetzt nicht gefruchtet“, sagte Staatsanwalt Helmut Jamnig zu dem Angeklagten, der gerne wieder Therapie statt Strafe bekommen hätte. „Er hat einen Riesenblödsinn gemacht, wie er sein bisheriges Leben verpfuscht hat“, meinte der Verteidiger und gab der Hoffnung auf ein „Osterwunder“ in Form einer milden Strafe Ausdruck. Abgesehen vom Geständnis konnte Richter Gerhard Pöllinger dem Angeklagten aber nicht viel zugutehalten, dafür gab es zahlreiche Erschwernisgründe. Der Strafrahmen lag bei einem bis 15 Jahren Haft. Nach kurzer Beratung nahm der 30-Jährige das Urteil an. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

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