Letztes Update am Do, 18.04.2019 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gazastreifen - Christen: Keine Reisegenehmigung nach Jerusalem



Jerusalem/Gaza (APA/dpa) - Die christliche Gemeinde im Gazastreifen hat Israel für stark beschränkte Ausreisegenehmigungen zu Ostern kritisiert. Lediglich 200 Christen dürften nur nach Jordanien reisen und explizit nicht nach Jerusalem und in das Westjordanland, sagte der Sprecher der Gemeinde, Elias Jelda, am Donnerstag. Nur Menschen ab 50 Jahren hätten eine Genehmigung erhalten.

Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über den Gazastreifen verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsbedenken. Die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen herrscht, wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Eine gewisse Anzahl Christen erhält üblicherweise zu Weihnachten und Ostern Ausreisegenehmigungen nach Jerusalem und ins Westjordanland. Zu Weihnachten 2018 hatten laut Jelda noch rund 400 Christen ab 30 Jahren eine solche Genehmigung erhalten. Rund 1.000 Christen leben im Gazastreifen.

„Es ist das erste Mal, dass Israel solch seltsame Genehmigungen erteilt“, sagte Jelda zur aktuellen Situation. „Wir haben keine Anträge für Jordanien gestellt, wir wollten nach Jerusalem und dort beten.“ Die Grabeskirche in Jerusalem steht an der Stelle, wo Jesus dem christlichen Glauben nach gestorben und wiederauferstanden ist.

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Die israelische Behörde Cogat verwies lediglich auf das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Ein Sprecher Netanyahus äußerte sich zunächst nicht dazu.

Nach einem Bericht der „Haaretz“ bestätigte Cogat, dass lediglich 200 Christen aus dem Gazastreifen eine Genehmigung nur für Jordanien erhalten hätten. Die Behörde verwies demnach auf „Sicherheitsbedenken“.




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