Letztes Update am Do, 18.04.2019 14:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Oxfam appelliert an EU Griechenland zu unterstützen



Athen/Lesbos (APA) - Die Bedingungen für die auf den griechischen Ägäis-Inseln gestrandeten Flüchtlinge werden von Tag zu Tag dramatischer. Das bestätigt ein Bericht der Nichtregierungsorganisation (NGO) Oxfam, die seit 2015 auf Lesbos mit einem Programm arbeitet, das darauf abzielt, den Schutz von Asylbewerbern zu gewährleisten.

Ohne angemessenen Schutz müssen hunderte schwangere Frauen, unbegleitete Kinder und Folterüberlebende in den überfüllten Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln ausharren, meldete Oxfam. Mangelndes Personal und fehlerhafte Verfahren führten dazu, dass das System zum Schutz dieser besonders bedürftigen Menschen versage. Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation fordert mehr Fachpersonal vor Ort und die Verlegung von Geflüchteten auf das griechische Festland.

Renata Rendon, Leiterin von Oxfams Griechenland-Programm, erklärte, dass die Politik, die betrieben werde, um das Abkommen zwischen der EU und der Türkei umzusetzen, gefährlich und unhaltbar sei. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, Menschen in die Türkei zurückzuführen, sollte die EU gemeinsam Verantwortung übernehmen und die griechische Regierung bei der Zuweisung und Verwendung von EU-Mitteln unterstützen, damit Menschen, die nach Griechenland kommen, Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen erhalten, betonte Rendon.

Die Lebensbedingungen für Migranten in Griechenland seien desaströs. Die EU trage die Schuld dafür, dass Flüchtlinge unter unerträglichen Bedingungen lebten, denn sie übe unangemessenen Druck auf Griechenland aus, so Oxfam.

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Derzeit leben rund 15.000 Menschen in Flüchtlingsunterkünften in der östlichen Ägäis, das ist fast doppelt soviel wie ihre eigentliche Kapazität. Nach Angaben des UNHCR lebten Anfang Dezember 2018 knapp 5.000 Migranten im Lager Moria in Lesbos, was fast der doppelten Zahl der offiziellen Kapazität von 3.100 Plätzen entspricht. Weitere 2.000 Menschen lebten in einem Überlauflager neben Moria, dem sogenannten Olivenhain.

Einer Umfrage von Refugee Rights Europe im Juni 2018 zufolge, gaben fast zwei Drittel (65,7 Prozent) der Befragten an, sich in Moria „nie sicher zu fühlen“; unter den im Lager lebenden Kindern waren dies sogar 78 Prozent.




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