Letztes Update am Do, 18.04.2019 14:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tsipras will mit Reparationsforderungen auf Deutschland zugehen



~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA462 vom 17.04.2019 ist der Halbsatz zum Zwei-plus-Vier-Vertrag („...in dem es heißt, es seien ‚keine weiteren Reparationen‘ vorgesehen“) im letzten Absatz nach einer Korrektur der dpa zu streichen, da der Vertrag das Thema Reparationen nicht explizit erwähnt. Stattdessen heißt es nun: „Deutschland sieht das Thema als erledigt an; die Regierung in Berlin stützt sich dabei auf den 1990 zur Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag.“ --------------------------------------------------------------------- ~ Athen (APA/dpa) - Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will das Thema Reparationen bei der deutschen Regierung vorbringen. Er hoffe, dass das Parlament ihm einen entsprechenden Auftrag erteile, sagte der Regierungschef am Mittwochabend vor dem Parlament in Athen.

Seit dem Vormittag debattieren die Abgeordneten über Reparationen von Deutschland an Griechenland wegen der Kriegsschäden und -verbrechen im Zweiten Weltkrieg; eine Expertenkommission hatte vor drei Jahren Zahlungen in Höhe von bis zu 290 Milliarden Euro errechnet.

Tsipras erklärte, er habe das Thema nicht mit der schweren Finanzkrise der vergangenen Jahre und den Schulden des Landes verquicken wollen. Jetzt aber, nach dem Ende der internationalen Hilfsprogramme, sei der richtige Zeitpunkt. „Es ist ein historisch, ethisch und emotional beladenes Thema“, sagte er. „Wir haben jetzt die Chance, dieses Kapitel zu schließen.“ Wichtig sei ihm, mit Deutschland auf Augenhöhe und freundschaftlich zusammenzukommen.

Deutschland sieht das Thema als erledigt an; die Regierung in Berlin stützt sich dabei auf den 1990 zur Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag. Die Frage nach Reparationen sei juristisch wie politisch abschließend geregelt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Juristen und Historiker jedoch sind sich uneins über das Anrecht der Griechen auf Reparationen.

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