Letztes Update am Do, 18.04.2019 18:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO fordert Staaten zu Rücknahme von Angehörigen von IS-Kämpfern auf



Genf (APA/AFP) - Die UNO hat ihre Mitgliedstaaten aufgerufen, Frauen und Kinder von früheren Kämpfern der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) wieder bei sich aufzunehmen. Die Staaten hätten gegenüber ihren Staatsangehörigen eine Verantwortung, sagte der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Panos Moumtzis, am Donnerstag in Genf. Tausende Kinder ehemaliger IS-Kämpfer seien allein in einem Lager in Syrien untergebracht.

Im von Kurden verwalteten Al-Hol-Lager im Nordosten Syriens leben laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef rund 3000 Kinder aus 43 Ländern. Seit im März die letzte Bastion der IS-Miliz in Syrien gefallen ist, sei die Zahl der Menschen in dem Lager von 10.000 im Dezember auf mehr als 75.000 gestiegen, sagte Moumtzis.

Andere Schätzungen gehen von 100.000 Menschen aus, 90 Prozent davon Frauen und Kinder. Angehörige ehemaliger IS-Kämpfer sind in einem getrennten Bereich des Lagers untergebracht.

Die Bedingungen in dem Lager seien schrecklich, sagte Moumtzis. 260 Menschen sind nach Angaben der UNO auf dem Weg zu dem Lager oder bei ihrer Ankunft gestorben, darunter 211 Kinder unter fünf Jahren.

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Die Mitgliedstaaten müssten alles tun, um „den Schutz, die Strafverfolgung, die Rückkehr, Rehabilitierung und Reintegration“ der Angehörigen von IS-Kämpfern zu ermöglichen, sagte Moumtzis. Den Kindern ihrer Staatsangehörigen müssten die Länder die Staatsbürgerschaft gewähren. „Niemand sollte staatenlos sein.“

Moumtzis appellierte zudem an die Länder, die zugesagten Hilfsmittel für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge freizugeben. Im März hatten die internationalen Geldgeber fast sieben Milliarden Dollar zugesagt.

US-Präsident Donald Trump hatte die EU-Staaten im März aufgerufen, in Syrien gefangene IS-Kämpfer und deren Angehörige wieder bei sich aufzunehmen und ihnen den Prozess zu machen. Allerdings lassen sich in den Kampfgebieten begangene Verbrechen nur schwer nachweisen. Die EU-Staaten sind daher überwiegend zögerlich.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA449 2019-04-18/18:28




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