Letztes Update am Do, 18.04.2019 18:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Seltener Kontakt: Kremlchef Putin trifft estnische Präsidentin



Moskau/Kiew (APA/dpa) - Bei einer Begegnung mit Seltenheitswert haben Kremlchef Wladimir Putin und die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid in Moskau Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausgelotet. Putin sagte nach Kremlangaben, dass das Fehlen von Kontakten zwischen offiziellen Vertretern und Nachbarn kein Zustand sei. „Das ist keine normale Situation“, sagte er bei dem Gespräch im Kreml am Donnerstag.

Das letzte ranghohe russisch-estnische Treffen liege etwa zehn Jahre zurück. Kaljulaid eröffnete in der russischen Hauptstadt die sanierte Botschaft des EU-Mitgliedstaates.

„Mein Aufenthalt hier ist ein Zeichen dafür, dass Estland bereit ist, mit seinem Nachbarn zu kommunizieren“, sagte sie. Estland und die anderen baltischen Länder Lettland und Litauen haben als frühere Staaten der Sowjetunion traditionell ein schwieriges Verhältnis zu Russland. Sie sahen die Kommunisten als Besatzer.

Außerdem hatten im Zuge des Ukraine-Konflikts die Sicherheitsbedenken im Baltikum zugenommen, dass Russland versuchen könnte, in seine früheren Machtbereiche vorzudringen. Zur Abschreckung Russlands hatte die NATO die Präsenz im Baltikum verstärkt.

Die EU hat gegen Russland wegen des Ukraine-Konflikts Sanktionen verhängt. Russland reagierte seinerseits darauf mit einem Embargo auf Lebensmittel aus der EU.

„Wir haben objektiv gemeinsame Interessen in der Ostseeregion: hier geht es auch um Fragen der Sicherheit und Fragen der Umwelt“, sagte Putin. Moskau äußert sich immer wieder besorgt über den Umgang mit der russischen Minderheit im Baltikum.




Kommentieren